Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1

Filmplakat: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1

FBW-Pressetext

In der vorletzten Verfilmung von J.K. Rowlings Erfolgsromanserie muss Harry Potter eine gefährliche Mission erfüllen. Zusammen mit seinen Freunden Hermine und Ron will er die restlichen Horkruxe vernichten, die Voldemort braucht, um seine dunkle und zerstörerische Macht zu behalten. Dieser Weg ist lang und bedrohlich, denn die Gefahr lauert von allen Seiten. Lange mussten Potter-Fans ausharren, bis der Auftakt zum fulminanten Finale erfolgt. Und das Warten hat sich gelohnt! Dieser Teil verströmt einen zauberhaften Hauch von Magie. Epische Landschaftsaufnahmen und eine atmosphärisch dichte Bildgestaltung wechseln sich gekonnt ab mit actionreichen Verfolgungsjagden. David Yates’ Inszenierung mit Blick fürs fantastische Detail nimmt sich wohltuend Zeit für seine Erzählung, was sicherlich der Entscheidung zu verdanken ist, die Verfilmung in zwei Teile zu splitten. Für den Zuschauer, der durch die spannende Erzählführung in einen förmlichen Sog hineingezogen wird, bleibt am Ende nur der Wunsch, direkt im Kinosessel auf Teil 2 zu warten. Doch der finale Showdown zwischen Gut und Böse kommt erst noch!

Filminfos

Gattung:Jugendfilm; Spielfilm; Fantasy
Regie:David Yates
Darsteller:Daniel Radcliffe; Emma Watson; Ralph Fiennes; Helena Bonham Carter; Rupert Grint; Bill Nighy; Alan Rickman; John Hurt
Drehbuch:Steve Kloves
Buchvorlage:Joanne K. Rowling
Kamera:Eduardo Serra
Schnitt:Mark Day
Musik:Alexandre Desplat
Webseite:harrypotter.de;
Länge:146 Minuten
Kinostart:18.11.2010
Verleih:Warner
Produktion: Warner Bros. Entertainment GmbH, Heyday Films
FSK:12

Trailer_starten

Trailer wird nach Kilck nicht abgespielt?
Hier geht es zum Download des aktuellen Quicktime-Players.

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Und wieder neigt sich eine Saga dem Ende, aber nicht ganz, denn der siebte und letzte Band von Joanne K. Rowlings „Harry Potter“-Büchern wurde in zwei Teilen verfilmt. Und wenn man HP 7.1. gesehen hat, weiß man, dass es sich dabei nicht um einen Kniff handelt, die Gewinnmargen zu maximieren, sondern dass der letzte Band zu komplex für einen Kinofilm ist.

Erneut führt David Yates Regie und er kennt den Potter-Kosmos in- und auswendig. Die drei Hauptfiguren sind mit ihren Darstellern gereift, sind zu komplexen Charakteren geworden, denen der Zuschauer nicht nur bei der Jagd nach den Horkruxen folgt, sondern auch den ersten pubertären Eifersüchteleien. Persönliche Konflikte drohen Harrys Ziel mehr denn je unerreichbar zu machen, aber das lässt ihn, Ron und Hermine nur umso menschlicher erscheinen und ermöglicht den Zuschauern, noch intensiver mit ihnen mitzufiebern.

Der Spannungsbogen ist geschickt gespannt, die Laufzeit von über 140 Minuten vergeht im Flug, denn die dem Genre geschuldeten Actionsequenzen wechseln sich ab mit geradezu meditativen Landschaftsaufnahmen (die ab und an sehr an den HERR DER RINGE erinnern) und lang ausgespielten Szenen. Die magischen Welten und kleinen Zaubereien machen immer wieder Platz für ruhige Sequenzen, in denen man dem Seelenleben der Darsteller folgen kann. Hier genügen oft nur Blicke oder Gesten, Unsagbares auszudrücken. Ein optisch und psychisch überzeugender Kosmos wurde geschaffen, der, abgesehen von einem anscheinend unvermeidlichen Klangteppich, perfekte Genreunterhaltung auf höchstem Niveau bietet.

Und wie war das noch mit der dritten Dimension? Dem Verleihvorspann und den ersten Szenen ist noch anzusehen, dass sie auf dreidimensionale Wirkung ausgelegt sind. Dass man im weiteren Verlauf des Films vollkommen vergisst, dass es sich „nur“ um eine 2D-Fassug handelt, unterstreicht das hohe Niveau der Verfilmung.

Durch die hohe Komplexität der Geschichte ist der Verzicht auf erklärende Rückblenden für alle Potter-Neulingen eine Herausforderung, den verschiedenen Erzählsträngen zu folgen.
Den ohne schon straff gespannten Spannungsbogen dehnt Yates mit HP 7.1 gekonnt ein gutes Stück weiter, die Geduld der Fans wird so bis zum endgültigen Finale im Sommer 2011 auf eine harte Probe gestellt.