Hangtime - Kein leichtes Spiel

Kinostart: 15.10.09
2009
Filmplakat: Hangtime - Kein leichtes Spiel

FBW-Pressetext

Freundschaft, Verantwortung und Teamgeist - ohne geht es nicht im Mannschaftssport Basketball. Doch zuerst sind es vielmehr die Wut über verpasste Chancen und die ganz großen Träume von einer Freiheit jenseits des tristen Alltags im mittelständischen Plattenbau, die Vinz und seinen großen Bruder Georg bewegen. Nach dem Unfalltod ihrer Eltern musste Georg die eigene Basketball-Karriere aufgeben, und nun will er, dass sein talentierter Bruder in seine Fußstapfen tritt. Dieser möchte aber seine eigenen Entscheidungen treffen, Erfahrungen sammeln und seinen Weg gehen. Mit einem fetzigen Soundtrack, atemberaubend temporeichen Basketballspielszenen, einer glaubhaft gezeichneten Lebenswirklichkeit und ausgezeichneten Nachwuchsdarstellern packt die Story nicht nur die jungen Zuschauer bis zur letzten Minute. Deutscher Jugendfilm so authentisch und mitreißend wie lang nicht mehr!

Filminfos

Gattung:Jugendfilm; Spielfilm; Coming-of-Age
Regie:Wolfgang Groos
Darsteller:Misel Maticevic; Max Kidd; Ralph Kretschmar; Veit Stübner; Mirjam Weichselbraun; Max Fröhlich
Drehbuch:Christian Zübert; Heinrich Hadding
Kamera:Alexander Fischerkoesen
Schnitt:Martin Wolf
Musik:Robert Matt
Webseite:hangtime-derfilm.de;
Weblinks:3l-film.de;
Länge:91 Minuten
Kinostart:15.10.2009
Verleih:3L
Produktion: Little Shark Entertainment GmbH, 3L Filmproduktion; Pandora Filmproduktion; WDR; ARTE;
FSK:12
Förderer:FFA; Filmstiftung NRW; DFFF

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Regiedebütant Wolfgang Gross überzeugt mit diesem rundum gelungenen Basketballfilm. Geschickt leitet er die Geschichte des Basketball-Provinzstars „Vinz“ mit dem Ableben seiner Eltern ein, die sterben als dieser noch ein kleiner Junge ist und nun von seinem wesentlich älteren Bruder, ebenfalls ein Basketballcrack, aufgezogen wird. Dafür gibt dieser seine hoffnungsvolle Karriere als Basketballprofi auf und zieht aus der wohlbehüteten Mittelstandssiedlung in einen der sozialen Brennpunkte am Stadtrand der westfälischen Stadt Hagen. Die Übergangslösung droht zur Sackgasse zu werden, der die beiden Protagonisten jeder auf seine Weise möglichst rasch entkommen möchten.

Hoher Erwartungsdruck lastet in den darauf folgenden Jahren auf Vinz. Als er nun endlich als Jugendlicher im Endspiel seiner Mannschaft um den Aufstieg in die Bundesliga kämpft, verliert seine Mannschaft, weil er im entscheidenden Moment zögert und sein Team nicht zum Sieg führt. Während dessen versucht sein großer Bruder ihn quasi als sein Manager anzuschieben und ihn aus der Stadt heraus in großen Sport-Clubs unterzubringen. Er will Vinz ermöglichen, was ihm verwährt blieb und damit gleichzeitig auch selbst aus der Enge der bescheidenen Verhältnisse fliehen.

Dramaturgisch gelingt es, die Erwartungshaltung des Publikums mit einem ansprechenden Soundtrack für die jugendliche Zielgruppe zu schüren und die Spannung auf atemberaubende Weise immer weiter zu steigern. Mit rasanten Kamerafahrten und einem sportlich rasanten Schnitt, der den großen Vorbildern des amerikanischen Sportfilms in nichts nachsteht, gelingt es eine dichte, packende Story zu erschaffen, eine Geschichte vom Überwinden der inneren Blockaden. Dabei hilft die Liebe zu einer attraktiven jungen Frau, die glaubwürdig und mit guten Dialogen inszeniert wird. Das soziale Umfeld wird detailgetreu beleuchtet und das Milieu mit viel Verständnis und feinem Humor gezeichnet. Unaufdringlich, konsequent und authentisch sind die Attribute, die diesen Film nicht nur für ein jugendliches Publikum als höchst gelungen auszeichnen.