Green Zone

Filmplakat: Green Zone

FBW-Pressetext

Die Truppe von Offizier Roy Miller soll im zweiten Irakkrieg kurz nach der Eroberung Bagdads das besetzte Gebiet nach Massenvernichtungswaffen erkunden. Miller erfährt durch die Hilfe seines ortskundigen Dolmetschers von einem geheimen Treffen, das ihn ins Fadenkreuz der Nachrichtendienste katapultiert und das Machtspiel zwischen CIA und Pentagon in Gang bringt. Das bewährte Action-Team, Regisseur Paul Greengrass und Hauptdarsteller Matt Damon (BOURNE-Trilogie), bringt mit temporeichen, sehr authentisch wirkenden Bildern einen bemerkenswert medienkritischen Politthriller auf die Leinwand. GREEN ZONE stellt neben all der spannenden Action auch Fragen nach der Rechtfertigung des Irakkrieges, reflektiert über die Mechanismen der Macht und manipulative politische Vorgänge. Schnell, kraftvoll und mitten im Thema!

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm; Kriegsfilm
Regie:Paul Greengrass
Darsteller:Matt Damon; Jason Isaacs; Greg Kinnear; Brendan Gleeson; Amy Ryan
Drehbuch:Brian Helgeland
Buchvorlage:Rajiv Chandrasekaran
Kamera:Barry Ackroyd
Schnitt:Christopher Rouse
Musik:John Powell
Webseite:universal-pictures-international-germany.de;
Weblinks:greenzonemovie.com;
Länge:115 Minuten
Kinostart:18.03.2010
Verleih:Universal
Produktion: Universal Pictures International Germany GmbH, Universal Pictures; Studio Canal; Realitivity Media; Working Title Films; Antena 3Films;
FSK:12

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Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Über die wahren Motive Präsident Bushs, den Irakkrieg zu entfachen, mutmaßte bereits an seinem Beginn Europas Presse, es gehe Bush vor allem ums Öl und um Rache für seinen Vater Bush senior. Diese Mutmaßungen greift der Polit-Actionthriller von Paul Greengrass als Thema auf und personalisiert es, in dem er Officer Roy Miller (Matt Damon) und seine Suche nach den angeblich versteckten Chemiewaffen-Laboratorien einführend darstellt. Miller hat keine Lust mehr, sich und seine Soldaten in Gefahr zu bringen, ohne dass ein Erfolg auch nur annähernd absehbar wäre. Er versucht Beweise für die Kriegslüge zu finden und verhält sich dabei für einen Soldat nicht selten untypisch. So gerät er auch zwischen die Fronten, sprich die Intrigen zwischen Pentagon und CIA und mehr als einmal in Lebensgefahr. Nachdem er sich mit einem Einheimischen als Dolmetscher auf der Suche nach der Wahrheit zusammen getan hat, um Kontakt zu den irakischen Führungseliten zu erhalten, deckt er schließlich ein Komplott auf, dass die internationale Presse und besonders eine amerikanische Journalistin nicht gut aussehen lässt. Der Schlussschwenk bei Nacht über die Ölraffinerien macht noch einmal deutlich, wie politisch dieser Film verstanden werden sollte.

Der Regisseur verbindet in diesem rasant gedrehten Film Thriller und Antikriegsfilm auf geniale Art. Einerseits beherrscht er alle handwerklichen Mittel des Genres und lässt niemals Langeweile aufkommen, andererseits bleibt die Handlung nicht nur an der Oberfläche, versucht vielmehr, Hintergründe aufzuzeigen und unterschiedlichste Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Auch die Medienkritik bleibt nicht im Ansatz stecken, sondern nennt Zusammenhänge und bringt den zugehörigen Handlungsstrang zu einem überzeugenden Ende. Die freie Presse sollte sich bei Finten und Intrigen nicht als unfreiwilliger Gehilfe offiziellen Lügen ergeben, sondern kritisch und wachsam ihre Aufgabe im Auge behalten.

Der Film vermittelt sehr deutlich, was in Nachrichten und offiziellen Berichten meist nicht möglich ist, dass ein Krieg die ganze Bevölkerung betrifft und Schicksale schafft, von denen nie mehr die Rede sein wird, wenn der Krieg zu Ende ist. Ein Spielfilm wie GREEN ZONE leistet hier viel, was in einer Dokumentation nicht möglich wäre, er gibt den Betroffenen ein Gesicht. Auch wenn der Film für manchen mit Wahrheiten spielen mag, tut er das doch verantwortungsbewusst und übermittelt eine klare Botschaft.