Freedom Writers

Kinostart: 05.04.07
2006
Filmplakat: Freedom Writers

FBW-Pressetext

Nicht schon wieder eine überidealistische Lehrerin, die Gangsta-Kids auf den rechten Pfad bringt, mag so mancher denken, aber dann überzeugt die große Geschichte, die im richtigen Tempo erzählt wird. Glaubwürdig bis in die Nebendarsteller fesselt der Plot an den Kinosessel und gibt eine gehörige Hoffnung auf das Gute in der Welt mit auf den Heimweg. Geschickt gesetztes Gefühlskino, das über anfängliche Zweifel schnell erhaben ist.

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Richard LaGravanese
Darsteller:Scott Glenn; Hilary Swank; Patrick Dempsey
Drehbuch:Richard LaGravenese
Länge:123 Minuten
Kinostart:05.04.2007
Verleih:Universal
Produktion: Paramount Pictures, Double Feature Films; MTV Films ; Jersey Films;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Die Geschichte ist vorhersehbar: Hillary Swank ist zu Beginn des Films ein reichlich naiver Gutmensch, und die Schüler in ihrer Klasse wirken wie wandelnde Klischees. Und dennoch wird man unaufhaltsam in diesen Film hineingezogen, wird durch die kleinen Schlenker und Details der Subplots überrascht, bewundert diese junge Lehrerin immer mehr und erlebt, wie sich die einzelnen Schüler dann doch zu lebendigen und komplexen Charakteren entwickeln.

Dies ist ein Film, der Mut macht, ohne dabei kitschig oder predigend zu wirken. Natürlich gibt das Wissen darum, dass das Gesehene auf einer wahren Geschichte basiert, dem Film eine ganz eigene Stoßkraft, aber Richard LaGravenses Drehbuch und seine Regie verstärken diese Wirkung sehr geschickt. Man nimmt das Prinzip Hoffnung aus dem Kino mit.

Trotz der vielen verschiedenen Handlungsstränge verzettelt sich der Film nie, sondern bleibt immer nah am Wesentlichen: der Geschichte. Da bedarf es auch keiner der genreüblichen Krisen – es stirbt also kein Jugendlicher in der Klasse, und es wird auch keines der Mädchen schwanger. Statt dessen wird dem Unterricht von Erin Gruwell erstaunlich viel Platz eingeräumt, und der Film enthält auch eine komplette kleine Lektion über den Holocaust und Anne Frank.

Die explosive Stimmung auf den Straßen von Long Beach im Kalifornien der 90er Jahre wird mit einem glaubwürdigen Realismus dargestellt, und die Gefahr, in der die Jugendlichen täglich schweben, wird eindringlich spürbar. Daher wirkt es ganz natürlich, dass sie das jüdische Mädchen Anne Frank als eine ihnen Verwandte anerkennen und schließlich wie diese im Schreiben ihrer Tagebücher einen Weg finden, sich über die eigenen, beengten Verhältnisse zu erheben.

Die Musikzusammenstellung ist nicht nur ein Zugang zu den in ihrer Gangmentalität bornierten Jugendlichen, die überragend dargestellt werden; sie zeugt auch von der MTV-Mitarbeit.

Dass mit den Szenen um Miep Gies ausgerechnet der Besuch einer alten Dame in der Schule einen der anrührenden Höhepunkte bietet, ist auch eine der vielen positiven Überraschungen des Films.

Zu diesen zählt schließlich ebenfalls die schauspielerische Leistung von Hillary Swank, die diese sture, aufopferungsvolle und einfallsreiche Lehrerin so vital und gewinnend verkörpert, dass der Film nie droht, zu einer moralisierenden Schuldoppelstunde zu werden.