Frankenweenie

Kinostart: 24.01.13
2012
Filmplakat: Frankenweenie

FBW-Pressetext

Victor ist 10 Jahre alt, ist begeisterter Nachwuchswissenschaftler, Filmfan und Einzelgänger. Freunde hat er keine, bis auf Sparky, seinen treuen Hund. Als dieser von einem Auto überfahren wird, ist Victor untröstlich. Sein einziger Wunsch ist es, Sparky wieder bei sich haben zu können. Und eines Nachts, durch eine sprichwörtlich blitzartige Idee, kann Victor diesen Wunsch wahrmachen. Mit ungeahnten Folgen. Vor rund 30 Jahren drehte Tim Burton seinen ersten Kurzfilm über einen Jungen, der nicht nur wie Frankenstein heißt, sondern auch so handelt. Nun erschafft Burton aus dieser Idee einen abendfüllenden Animationsfilm und kehrt so auf wunderbare Weise zu seinen Wurzeln zurück. FRANKEN-WEENIE sprüht vor witzigen Ideen und raffinierten Anspielungen auf Klassiker des Horrorfilms. Wie immer bei Burton sind die Figuren liebenswerte Außenseiter, die abseits der auf Einheit gebürsteten Gesellschaft stehen und die der Zuschauer ganz schnell ins Herz schließt. Hochverdient besiegen am Ende doch Mut und Fantasie die konservative und brave Masse, für die Burton immer wieder kleine kreative Seitenhiebe übrig hat. In der modernsten Form der Stop-Motion-Technik hergestellt, ist die Liebe zum Detail und die mühevolle Handarbeit der Künstler spürbar Dazu kommt noch die berührende Musik von Burton-Hauskomponist Danny Elfman. Kein Film für ganz junge Zuschauer, doch für die Älteren ein zauberhaftes und unterhaltsames Animationsvergnügen.

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Spielfilm
Regie:Tim Burton
Drehbuch:John August; Tim Burton
Buchvorlage:Tim Burton; Leonard Ripps
Kamera:Peter Sorg
Schnitt:Chris Lebenzon; Mark Solomon
Musik:Danny Elfman
Webseite:disney.de;
Weblinks:moviejones.de; zelluloid.de; kinderfilmwelt.de;
Länge:87 Minuten
Kinostart:24.01.2013
Verleih:Walt Disney
Produktion: Walt Disney Productions, Tim Burton Animation Co.; Tim Burton Productions;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Tim Burton kehrt zu seinen Ursprüngen zurück, wenn er seinen Kurzfilm, mit dem er seine Karriere startete, hier als einen Trickfilm in schwarz-weiß und in 3D und Spielfilmlänge noch einmal auf die Leinwand bringt. In dieser Parodie auf FRANKENSTEIN bringt der kleine Victor seinen Hund Sparky mit viel Blitz und Funkenschlag aus dem Reich der Toten zurück. Und da er dies in aller Unschuld, ja aus Liebe tut, sieht sein Haustier zwar recht zusammengeschustert aus und es fällt ihm auch schon mal der Flicken mit dem Schwanz ab, aber Sparky bleibt trotzdem ein liebes Hündchen. Ganz anders als die Kreaturen, die Victors Schulkameraden zum Leben erwecken, nachdem sie seine Arbeitsmethode plagiiert haben. Diese Monster verwandeln den Ehrentag der kleinen Siedlung von holländischen Einwanderern in ein Chaos, und schließlich sind Victor und Sparky in einer brennenden Windmühle eingeschlossen und Sparky fehlt der nötige Funke. Nur Tim Burton konnte auf die Idee kommen, den Film sowohl in schwarzweiß wie auch in 3D zu produzieren. Durch diesen stilistischen Kontrapunkt wirkt er zugleich naiv altmodisch und hochmodern. Und Burton hat ihn mit den inzwischen für ihn typischen Figuren mit großen Augen, runden Köpfen und dünnen Extremitäten bevölkert, die aus dem Fundus des Genrekinos kommen. Besonders liebevoll hat er Mr. Rzykruski gestaltet, der Vincent Price nicht nur sehr ähnlich sieht, sondern von Martin Landau auch eine gute Imitation von dessen Stimme verliehen bekommt.
„FRANKENWEENIE ist nicht am Computer, sondern in aufwendiger Handarbeit animiert worden, und das sieht man. Die Figuren wirken körperlicher als dies bei digitalen Animationen üblich ist. Man erkennt das Material, aus dem die Puppen gefertigt sind und der Stoff bzw. das Leder geben dem Film mehr Präsenz. FRANKENWEENIE ist prall gefüllt mit Anspielungen auf das Genre, die von GODZILLA über die GREMLINS bis zu den Klassikern des Horrorfilms gehen. Man beachte vor allem die Frisur von Frankenweenies Braut, nachdem er sie zum ersten Mal unter Strom gesetzt hat. Und wie so oft bei Burton sind die Monster letztlich liebe Seelen und als Biester entpuppen sich dagegen die Erwachsenen wie etwa der spießige Bürgermeister oder die bigotte Nachbarin. Burton hat diese Rückbesinnung auf seine Anfänge gut getan. So inspiriert wie hier hat er schon lange nicht mehr inszeniert.