Kurzbeschreibung

Die abenteuerlustige Evangeline findet eines Abends tief in den Sümpfen Louisianas ein verlassenes Alligatoren-Ei. Sie beschließt, es mit nach Hause zu nehmen und heimlich unter ihrem Bett auszubrüten. Als der Alligator schlüpft, hat sie endlich ihren langersehnten Spielkameraden. Der Alligator wird jedoch wegen seiner Größe bald zum Problem für Evangeline.
Es wird immer schwieriger, ihn vor ihrem Vater Levon zu verstecken. Während sie eines nachts versucht, den Alligator in die Scheune zu bringen, wird sie von ihrem Vater überrascht und es kommt zu einem erbitterten Kampf zwischen dem Alligator und Levon. Evangeline muss nun eine schwere Entscheidung treffen.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kurzfilm
Regie:Nadine Schwenk
Drehbuch:Nadine Schwenk
Musik:Steffen Brinkmann; Nadine Schwenk
Webseite:schwarznina.com;
Länge:9 Minuten
Verleih:Filmakademie Baden-Württemberg
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH
FSK:12
Förderer:Filmakademie Baden-Württemberg

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Tief in den Sümpfen Louisianas lebt die abenteuerlustige Evangeline gemeinsam mit ihrem Vater, der allerdings nur wenig Zeit für das Mädchen hat, das sich nach einem Spielkameraden sehnt. Doch wo soll ein solcher in dieser Einöde nur herkommen? Als sie ein Alligator-Ei findet, nimmt sie das Fundstück mit nach Hause und brütet es heimlich ohne das Wissen ihres Vaters aus. Doch dann nach dem Schlüpfen wird der Alligator immer größer und lässt sich immer schlechter verstecken, was Evangeline schnell in ziemliche Schwierigkeiten bringt. Denn bei dem Versuch, das Tier in eine Scheune zu bringen, wird sie von ihrem Vater überrascht und es kommt zu einem Kampf zwischen ihm und dem Alligator, in deren Verlauf das Mädchen eine schwere Entscheidung treffen muss.

Nadine Schwenks Kurzfilm ist ein visueller Genuss, der mit hervorragend animierten Bildern und gutem Sounddesign in die schwüle Sumpflandschaft der US-amerikanischen Südstaaten entführt. Im Stile eines Southern Gothic erzählt EVANGELINE vom Heranwachsen eines Mädchens in einer feindseligen Atmosphäre, in der die Bedrohung und das Hereinbrechen des Wilden immer und überall lauert – und es sind keinesfalls nur die Alligatoren, die hier die dunkle Seite und das Böse verkörpern, sondern auch der Mensch selbst.

Gleich der erste Alligator, den Evangeline sieht, ist eine schreckliche Erscheinung – und das liegt vor allem in der Tatsache begründet, dass dem Tier ein großes Stück Haut herausgeschnitten wurde. Verantwortlich dafür sind die Menschen, die hier leben – und damit auch Evangelines Vater.

Überhaupt spiegeln sich in der Beziehung des Mädchens zu dem Tier auch die komplizierten Beziehungen zu ihrem Vater wider, vor dem sie mehr Angst zu haben scheint als vor dem Alligator. Und wenn am Ende Vater und Tochter doch zum ersten Mal in trauter Einigkeit zu sehen sind, dann liegt das vor allem daran, dass sie ihm das Leben gerettet hat - und dafür einen hohen Preis zu zahlen bereit war.

Bei aller technischen und visuellen Brillanz des Films blieb der Jury die Botschaft des Werks unklar und zumindest diskussionswürdig. Die Beziehung des Vaters zu seiner Tochter und umgekehrt blieb zu wenig konturiert und ließ zu viele Fragen offen, um auch inhaltlich vollends überzeugen zu können.