Filmplakat: Esterhazy

Kurzbeschreibung

Der junge Esterhazy findet im Hasenparadies an der Berliner Mauer die Liebe
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kurzfilm
Regie:Izabela Plucinska
Drehbuch:Izabela Plucinska; Anna Jadowska
Kamera:Izabela Plucinska; Bernadette Paaßen
Schnitt:Dirk Schreier
Musik:Max Knoth
Webseite:defa-spektrum.de;
Länge:25 Minuten
Verleih:DEFA Spektrum
Produktion: Clay Traces GbR, Donten & Lacroix Films;
FSK:0
Förderer:MBB; KJDF; DEFA Stiftung

Trailer_starten

Trailer wird nach Kilck nicht abgespielt?
Hier geht es zum Download des aktuellen Quicktime-Players.

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Den Mitgliedern der österreichischen Hochadelsfamilie Esterhazy geht es zusehends schlechter. Wie der alte Fürst verkündet, liegt das daran, dass die Familienmitglieder allzu viele Süßigkeiten und zu wenig Karotten zu sich nehmen. Und das schon seit Generationen. Die dekadente Familie, die in Wien in schwindender Zahl lebt, besteht aus Hasen und so wird der junge Esterhazy, um die Familie vor dem Aussterben zu retten, nach Norden geschickt – nach Berlin. Dort soll er eine große, noch nicht degenerierte Hasenfrau finden, um die Esterhazys vor dem Aussterben zu retten.

Das Bilderbuch von Irene Dische und Hans-Magnus Enzensberger, erschienen 1993, erzählt von einem Hasen, der auszog, im Berlin kurz vor der Wende sein Glück zu finden. Auf diesem Buch basiert der Film, der mit gelungener Knetfilmanimation den Fall der Berliner Mauer aus Hasenperspektive erzählt. Die Ironie der Geschichte, die allerdings bei einem Teil des Gremiums auch auf Unverständnis stieß, liegt darin, dass für manche Hasen, die im Todesstreifen ein wohl genährtes und sicheres Leben führen, dieser Mauerfall das Ende der Schein-Freiheit und der scheinbaren Sicherheit bedeutet. Der Weg in die wirkliche Freiheit, jenseits des Todesstreifens, ist gefährlich, das Leben „draußen“ in der Natur von nicht nur guten Erfahrungen geprägt. Doch Esterhazy und seine Frau meistern am versöhnlichen Ende die Freiheit.

Der Film zeigt diese absurden Welten, die hier aufeinander treffen – hier die dekadente Welt der früheren Hasen aus dem Bereich der einstigen k. und k. Monarchie, dort die verdrehte Auffassung von einer heilen Welt im Todesstreifen – mit Charme und mit handwerklicher Kunstfertigkeit, wobei vor allem der kleine Hase Esterhazy in Ausdruck und stimmlich entzückt. Was den Gesamteindruck dieses ungewöhnlichen Hasenabenteuers ein wenig trübt, ist die nicht immer deutlich werdende bittere Ironie (der Buchvorlage), mit der hier Zeitgeschichte vorgeführt wird.