Ein Sommer in der Provence

Kinostart: 25.09.14
VÖ-Datum: 12.02.15
2014
Filmplakat: Ein Sommer in der Provence

FBW-Pressetext

Weil die Mutter im Sommer einen neuen Job beginnt, müssen Léa, Adrien und ihr kleiner gehörloser Bruder Théo ihre Ferien bei den Großeltern in der Provence verbringen. Das Haus ist mitten in der Pampa, es gibt keinen Fernseher, kaum Handy-Empfang und Großvater Paul nörgelt auch den ganzen Tag an ihnen herum. Für ihn sind Smartphones unverständlicher Technik-Kram und die Ausdrücke der Kids untereinander die reinste Fremdsprache. Und doch sind nun alle gezwungen, längere Zeit miteinander zu verbringen. Nur langsam gelingt es der Großmutter, beide Parteien einander anzunähern. Leicht ist es nicht, denn jeder ist auf seine Weise stur und will nicht nachgeben. Bis alle merken: So ist das eben in einer richtigen Familie. Rose Bosch hat einen sommerlich leichten Familienfilm gedreht, bei dem alle Generationen auf ihre Kosten kommen. Auf schöne und charmante Weise bildet sie sowohl den Standpunkt der Kinder und Jugendlichen als auch den der Großeltern-Generation ab, lässt alle Altersstufen sich aneinander reiben, und bildet alle Positionen gleichberechtigt ab. Und neben all den Dramen, die sich abspielen, beherrscht doch eine wohlige und unbeschwerte Urlaubsstimmung die Szenerie. Jean Reno als Großvater Paul ist umwerfend in seiner bärbeißigen und grummeligen Art. Lange zeigt er eine raue Schale und offenbart doch auch schon früh, wie viel Liebe und Zuneigung er für seine Familie empfindet. Nach und nach findet er den Zugang zu den Enkeln, gibt Ratschläge und nimmt auch ihre Hilfe an, als er selbst einmal nicht weiter weiß. EIN SOMMER IN DER PROVENCE ist Unterhaltung für die ganze Familie. Rührend, charmant und warmherzig.

Filminfos

Gattung:Spielfilm; Tragikomödie
Regie:Rose Bosch
Darsteller:Jean Reno; Anna Galiena; Chloé Jouannet; Hugo Dessioux; Aure Atika; Hugues Aufray; Charlotte de Turckheim; Raphaëlle Agogué; Yvonne Gradelet; Jean-Michel Noirey
Drehbuch:Rose Bosch
Kamera:Stéphane Le Parc
Schnitt:Samuel Danési
Webseite:sommerinderprovence-film.de;
Weblinks:zelluloid.de; moviejones.de;
Länge:105 Minuten
Kinostart:25.09.2014
VÖ-Datum:12.02.2015
Verleih:Concorde
Produktion: Legende Films , Gaumont; France 2 Cinéma; Canal+; Ciné+; France Télévisions;
FSK:6
BD EAN-Nummer:4010324040206
DVD EAN-Nummer:4010324201263
DVD Extras:Making-of, Trailer

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Die großen, zwei Monate andauernden Sommerferien in Frankreich beginnen. Adrien, Léa und der kleine gehörlose Bruder Théo sind entsetzt: Die Mama ist beruflich in Kanada und Papa hat gerade Frau und Kinder verlassen. Und statt im tobenden Paris sind deswegen nun Ferien in der tiefsten Provinz angesagt. Großmutter bringt sie trotz höchstem Widerwillen zum bislang noch nie gesehenen Großvater in die Provence. Dieser heißt die Pariser Karawane in seiner ländlichen Idylle mit Gutshof und Olivenhainen nicht gerade willkommen. So ist zunächst Kampf angesagt. Nach und nach bekommt Großvater Paul aber Zugang zu seinen Enkeln und vermag ihnen auch Landleben und Natur mehr und mehr schmackhaft zu machen. Diverse kleine Volksfeste im nahen Dorf erhöhen das Wohlbefinden, Léa verguckt sich in den Mädchenschwarm des Ortes und auch Adrien entdeckt Objekte seiner pubertierenden Sehnsüchte. Dass dabei nicht alles so rund laufen kann, ist verständlich und Liebesenttäuschungen gehören selbstverständlich auch dazu. Als Großvaters und Großmutters alte Weltenbummlerfreunde auf Motorrädern aufs Gut rollen und im Hippie-Woodstock-Sound die alten Lieder und Schnapsflaschen kreisen lassen, bekommen die Kinder aus Paris große Augen und die Bewunderung für ihre Altvorderen ist auf einmal kräftig gestiegen.

Alle Charaktere des Films sind gut gewählt und das Zusammenspiel mit Jean Reno als Großvater an der Spitze überzeugend. Die Kamera vermag stimmungsvolle Bilder der sommerlichen Provence zu zaubern, begleitet von einem schönen Score, der mit den legendären Songs der 70er zusätzlich angereichert wurde. Ein Teil der Jury bemängelte ein zuviel der in die Geschichte eingebrachten „Neben-Stories“, wie Großvater Pauls Alkoholismus, Léas Drogendealer-Freund und den Zerwürfnissen zwischen dem Großvater und der abwesenden Mutter.

Jedoch kam die Jury zu dem Schluss: Dieser Film soll in erster Linie eine leichte, beschwingte und reich bebilderte Sommer-Ferien-Geschichte in der herrlichen Provence sein – und das erfüllt er auch in jeder Weise!