Ein Lied von Liebe und Tod - Gloomy Sunday

Kinostart: 21.10.99
1999
Filmplakat: Ein Lied von Liebe und Tod - Gloomy Sunday

Kurzbeschreibung

Traurige, dramatische Liebesgeschichte um eine Frau in Budapest
der 30er Jahre, die von drei unterschiedlichen Männern umworben
wird.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Romanze
Regie:Rolf Schübel
Darsteller:Stefano Dionisi; Ben Becker; Joachim Król; Erika Marozsán
Drehbuch:Rolf Schübel
Buchvorlage:Nick Barkow
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:114 Minuten
Kinostart:21.10.1999
Verleih:Universal
Produktion: Studio Hamburg Enterprises GmbH, Studio Hamburg Produktion für Film & Fernsehen; Dom Film GmbH; Universal Pictures Productions; Focus Film;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Im Mittelpunkt dieses Films steht das melancholische Liebeslied
eines jungen, ungarischen Komponisten, das vor 60 Jahren um die
Welt ging und überall Menschen in den Selbstmord trieb - so
beeindruckend und eindringlich wirkt diese Melodie vom "traurigen
Sonntag". Und so beeindruckend wie dieses Lied ist auch der Film
von Rolf Schübel, der aus der ursprünglich wahren Geschichte von
der Entstehung des traurigen Liebesliedes einen weitgehend
fiktiven Film machte, der den Gründen nachzuspüren versucht, die
sich mit der Entstehung des Liedes verbinden. Es ist die
Geschichte einer wunderschönen Frau, die zwei Männer gleichzeitig
liebt und von diesen Männern genauso leidenschaftlich
zurückgeliebt wird. Der eine ist ein jüdischer Restaurantbesitzer
in Budapest, der andere ein junger Pianist, der in diesem
Restaurant Abend für Abend spielt. Als dritter Mann taucht
schließlich ein Deutscher auf, der sich ebenfalls in die junge
Frau verliebt, von ihr abgewiesen wird, während der
Nazi-Besetzung dann als Offizier nach Budapest zurückkommt und
das eigentliche Drama in Gang setzt - ein Drama, das zum Spiegel
von Zeitgeschichte wird und vor allem von Schuld und Sühne
handelt.
Der Bewertungsausschuß zeigte sich beeindruckt von den Leistungen
der Darsteller, der atmosphärisch dicht inszenierten Handlung,
der Detailfülle, der Präzision und dem sicheren Gespür für
Lokalkolorit, von der Kamera-Arbeit und von der ausgewogenen
Balance zwischen Drama und Melodrama, die der Film an keiner
Stelle verliert. Zudem wartet die stringent erzählte und
facettenreiche Handlung mit immer neuen Überraschungen auf, die
die Spannung bis in die letzte Sequenz aufrechterhält.
Über dem Film liegt ein Hauch von Melancholie und Nostalgie, der
umso wirksamer erscheint, als in diesem Film auf falsches Pathos
und bombastische Effekte zu Gunsten der Darstellung menschlicher
Schicksale wohltuend verzicht wird.