Ein Kater macht Theater

Kinostart: 08.04.04
2003
Filmplakat: Ein Kater macht Theater

FBW-Pressetext

Kunterbunte, surreale Fabel um einen sprechenden Kater, der einen feinen Haushalt ins Chaos stürzt, mit seiner verrückten "Sonderpädagogik" aber bei Kindern und Erwachsenen Erfolg hat.-Altersempfehlung: ab 6 Jahren.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Komödie; Abenteuerfilm; Familienfilm
Regie:Bo Welch
Darsteller:Mike Myers; Alec Baldwin; Kelly Preston
Drehbuch:Alec Berg; David Mandel; Jeff Schaffer (n.d.Vorlage von Dr. Seuss)
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:82 Minuten
Kinostart:08.04.2004
Verleih:Universal
Produktion: DreamWorks SKG, Universal Pictures; Imagine Films Entertainment;
FSK:6

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Der Wilhelm Busch der englischsprachigen Welt ist der Kinderbuchautor Dr. Seuss. Die Ästhetik seines Buchs „The Cat in the Hat“ findet im Vorspann eine optische Verknüpfung mit den Logos von Dreamworks und Universal. Das hat Witz und überrascht, ebenso wie zu Beginn der Anblick der porentief reinen Barbiepuppenwelt des Städtchens Anville, in dem das Geschwisterpaar Conrad und Sally ihre Erfahrungen machen (dürfen).

Die nicht mehr ganz taufrische Vorlage von 1957 wird bei der Adaption weniger verformt als so manche Filmfigur, man denke nur an die dickliche Babysitterin, vom Haus der Filmfamilie ganz zu schweigen. Unter dem Regiment des anarchisch angehauchten, zaubernden Katers wird das Musterheim zu einem farbenprächtigen Abenteuerspielplatz und dabei fast in seine Bestandteile zerlegt. Straflos ist sie, die fröhliche Unordnung, die sich da in der heilen, aufgeräumten Barbie-Welt entfesselt. Aber hinterher werden brav die Trümmer zusammengefegt und die Spuren beseitigt. Die Kinder durften - ordentlich - und bis zu ihrer eigenen Schmerzgrenze über die Stränge schlagen, haben was gelernt fürs Leben. Ganz so, wie Dr. Seuss es damals meinte.

Die filmische Moritat ist sorgfältig und fantasievoll gestaltet und ausgestattet. Aber nicht alle Übergänge zwischen Real- und Animationswelt funktionieren. Der Goldfisch etwa wirkt künstlich, das wilde Auto übertrieben, die rote Zauberkiste überzogen. Farbenpracht, Effekte und Tempo können stellenweise den dramaturgischen Leerlauf nicht ganz überdecken. Überdreht würde dies ein Uhrmacher nennen. Die Bonbonfarben offenbaren so eine Analogie zum künstlerischen Nährwert des Films: hübsch bunt, schmeichlerisch in der Form und schön anzuschauen, aber eben leicht vergänglich.