Ein Aufstand alter Männer

Kinostart: 24.09.87
1986

Kurzbeschreibung

Nach dem Mord an einem weissen Farmer in Louisiana schließt sich eine Gruppe von schwarzen Landarbeitern zusammen und leistet Widerstand gegen Lynchjustiz und jahrzehntelange geduldete Erniedrigung.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Kategorie:Spielfilm
Regie:Volker Schlöndorff
Darsteller:Lou Gossett; Holly Hunter; Will Patton; Joe Seneca; Woody Strode
Drehbuch:Charles Fuller
Länge:91 Minuten
Kinostart:24.09.1987
Verleih:Filmverlag der Autoren
Produktion: , Consolidated / Jennie & Co. / Zenith Production, NY / Bioskop Film GmbH München
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Der Bewertungsausschuss hat dem Film mit 4:1 Stimmen das Prädikat "besonders wertvoll" erteilt.
Mit diesem höchsten Prädikat bekundet der Bewertungsausschuss seine Auffassung, dass ihm Volker Schlöndorffs zweiter amerikanischer Film als nicht weniger gelungen erscheint denn "Der Tod eines Handlungsreisenden", auch wenn sich dieser Film in einem ganz anderen Milieu und sozialen Umfeld bewegt.
Nach dem Mord an einem weißen Farmer irgendwo in Louisiana organisiert eine junge Gutsbesitzertochter den Widerstand der schwarzen Landarbeiter, indem sie den Mordverdacht gleich auf 18 solidarische Männer lenkt, den alternden Sheriff (vorzüglich Richard Widmark) damit vor eine beinahe unlösbare Aufgabe stellend. Die Herkunft des Stoffs aus dem erfolgreichen Roman eines (schwarzen) Autors ist an der kammerspielartig sich aufbauenden Handlung zu lesen, jedoch sinkt der Film trotz seiner brisanten Problematik niemals zum reinen Dialogstück ab. Schlöndorff hat es verstanden, das große Thema mit minuziöser Detailschilderung optisch wachzuhalten und ihm den Atem eines südstaatlichen Volksdramas zu verleihen bzw. zu belassen.
Aus dem unerschöpflichen amerikanischen Schauspielerreservoir steht ihm ein prachtvolles Ensemble farbiger Mimen zur Verfügung, die ihre weißen Kollegen und Kolleginnen in jeder Hinsicht blass aussehen lassen. Im Umgang mit diesen Schwarzen konnte der Regisseur darauf verzichten "action" zu erzeugen, und sich ganz auf die Spannung (und den Humor!) verlassen, die aus den Gestalten und Gesichern, der Monologen und der menschlichen Ausstrahlung dieser faszinierenden "alten Männer" entsteht. Ihnen gelingt es sogar, die kleine Liebesgeschichte unter den weißen Mitwirkenden beiläufig an den Rand des Geschehens zu drängen und fast als überflüssig empfinden zu lassen.
Die souveräne Kamera, der perfekte Schnitt sowie die sparsam und deshalb wirksam eingesetzte Musik runden den Gesamteindruck positiv ab.