Dr. Illegal

Filmplakat: Dr. Illegal

Kurzbeschreibung

Dr. Omid Afarid, der mit seiner Frau und seiner Tochter aus dem Iran flüchten musste, bekommt in Deutschland seine Zulassung als Arzt nicht anerkannt.
So beginnt er die anderen Flüchtlinge im Asylbewerberheim
illegal zu behandeln.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Komödie; Kurzfilm
Regie:Hadi Khanjanpour
Darsteller:Mehdi Nebbou; Benno Fürmann; August Schmölzer; Burak Yigit; Lisa Wildmann
Drehbuch:Jan Galli
Kamera:Simon Drescher
Schnitt:Denys Darahan
Musik:Daniel Vulcano
Webseite:drillegal.de;
Länge:27 Minuten
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Omid, ein Chirurg aus dem Iran, der als politischer Flüchtling mit seiner Familie in einem deutschen Asylbewerberheim lebt, möchte unbedingt wieder als Arzt arbeiten. Bei der behördlichen Anhörung wird ihm zwar die fachliche Qualifikation bescheinigt, die ersehnte ärztliche Approbation jedoch verweigert, da sein iranisches Führungszeugnis abgelaufen ist. Als politischer Flüchtling hat er keine Möglichkeit, es erneuern zu lassen. Damit ist er seiner Existenzgrundlage und seines Lebenstraums beraubt. Obwohl er ohne staatliche Zulassung in Deutschland seinen Beruf nicht ausüben darf, beginnt Omid zutiefst frustriert und desillusioniert damit, im Asylbewerberheim Patienten zu behandeln. Kommt es heraus, droht ihm und seiner Familie die vorzeitige Abschiebung. Der Sozialarbeiter des Heims hat ihn bereits im Auge, als es zu einem Einsatz um Leben und Tod kommt.
DR. ILLEGAL von Hadi Khanjanpour, an der Filmakademie Baden Württemberg als Pilotfilm zu einer Serie konzipiert, behandelt das Thema Asylpolitik unter einem ungewöhnlichen Blickwinkel. Die Integration eines hoch qualifizierten Mannes scheitert an bürokratischen Auflagen, die er nicht erfüllen kann. Wie geht er damit um, welche Möglichkeiten hat er im Umfeld des Asylbewerberheims, in dem er lebt, und wie verhält er sich angesichts einer Situation, in der es um Leben und Tod geht? Das menschliche Drama ist auf Grundlage eines starken Drehbuchs glaubhaft entwickelt. Ein kluger dramaturgischer Faden führt von der intimen und hoffnungsvollen Szene zwischen den Eheleuten beim Ankleiden vor der Anhörung zu dem ernüchternden bürokratischen Verfahren und dann ins Heim, wo sich Familie und Freunde versammelt haben und der Radius auf die verschiedenen Heimbewohner und Mitarbeiter erweitert wird. Problemkonstellationen werden angedeutet, bevor es zur dramatischen Situation kommt, die den Arzt vor ein unlösbares Dilemma stellt. Diese persönliche Zwangslage wird eindringlich deutlich - und auf überraschende Weise geklärt.
Ein gut gestaltetes Szenenbild und eine hervorragende Kameraführung bilden den Rahmen für eindrucksvolle schauspielerische Leistungen eines starken Ensembles. Die Charaktere erscheinen glaubhaft und sympathisch. Einzig die von Benno Führmann verkörperte Figur des Richie Lohmaier wirkt in der Anlage und Darstellung in den Augen der Jury überzogen. Als störend für die Jury erweist sich auch der Vorspann, der in seiner Farbigkeit und musikalischen Gestaltung nicht mit der weiteren Handlung übereinstimmt und der in der unpassenden Zuordnung der Schauspieler-Credits zu den Bildern für Irritation sorgt. Insgesamt aber erzählt DR. ILLEGAL eine gut recherchierte, emotional starke Geschichte, die berührt und zum Nachdenken anregt.