Die Zwillinge

Kinostart: 07.10.04
2002
Filmplakat: Die Zwillinge

FBW-Pressetext

In Rückblenden und in epischer Form erzähltes tragisches Schicksal von getrennt aufwachsenden Zwillingsschwestern. Ein engagierter und mutiger Film, der auf bewegende Weise deutsche Geschichte aus holländischer Perspektive authentlisch darstellt.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Ben Sombogaart
Darsteller:Gudrun Okras; Nadja Uhl; Thekla Reuten
Drehbuch:Marieke van der Pol
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:137 Minuten
Kinostart:07.10.2004
Verleih:Kinowelt
Produktion: IDTV Film ., Chios Media; Samsa Film; NCRV
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

„Was wäre, wenn...“ ist die Grundfrage dieses Melodrams, ohne diese Frage direkt zu stellen. Lotte und Anna, Zwillingsschwestern, werden nach dem frühen Tod der Eltern getrennt und wachsen, voneinander abgeschirmt, in zwei unterschiedlichen sozialen und politischen Welten auf. Anna muß sich auf dem Bauernhof durchschlagen und sich von früh an gegen die Unbill des Lebens wehren, um sich ihr Leben aufzubauen. Lotte wächst wohlbehütet in holländischem Bildungsbürgertum auf, das herannahende Dritte Reich empfindet sie auf Grund ihrer Sozialisation im Gegensatz zu Anna nicht als Chance zum sozialen Aufstieg, sondern es widerspricht mit seinem Judenhaß ihren humanistischen Idealen.

Geschickt zeigt der Film an ausgewählten zeitlichen Episoden die unterschiedliche Entwicklung der beiden Schwestern auf, ihre Sozialisation, ihre Liebe und ihr Leiden durch die politischen Ereignisse während und nach dem Dritten Reich. Der Film läßt sich Zeit, einzelne Einstellungen und Geschehnisse wirken zu lassen, Haupt- wie Nebendarsteller überzeugen durch ihre schauspielerische Leistung, und die immer wieder differenzierten Aussagen über Schuld und Unschuld, Schicksal und Selbstbestimmung heben den Film über das Mittelmaß anderer Zeit- und Familienchroniken.

„Die Zwillinge“ ist ein emotionaler Film, der es schafft, pathetische Klippen und stereotype Klischees zu umschiffen und trotz des zum Teil als langatmig empfundenen Erzähltempos immer das Interesse an der Geschichte und den Personen wach zu halten.