Die Relativitätstheorie der Liebe

Kinostart: 26.05.11
2010
Filmplakat: Die Relativitätstheorie der Liebe

FBW-Pressetext

Eine Stadt – fünf Liebespaare. Unter diesem simplen Motto versammelt Regisseur Otto Alexander Jahrreiss seine Figuren und zeigt an ihnen die Irrungen und Wirrungen der Liebe. Da gibt es z.B. eine schüchterne Gesundheitsinspektorin, die auf einem ihrer Kontrollgänge auf einen libanesischen Restaurantbesitzer trifft. Und während diese beiden einsamen Seelen sich langsam annähern, bricht am anderen Ende der Stadt die Beziehung zwischen einem burschikosen Fahrlehrer und seiner rassigen Gattin aus Venezuela fast auseinander. Deren gemeinsame Tochter Alexa wiederum begibt sich währenddessen auf die aktive Suche nach einem Samenspender. Das Besondere an diesem Film ist seine Besetzung: Alle zehn Hauptrollen werden von Katja Riemann und Olli Dittrich verkörpert. Und während Dittrich seine Figuren wandlungsfähig und authentisch verkörpert, ist es doch Riemann, die mit einer Varianz in ihrem Schauspiel überrascht und begeistert. Durch die miteinander verflochtenen Episoden wird die Liebe zu etwas Universellem, was immer und überall funktionieren kann. Eine stimmige Komödie, mit origineller Handlung und witzigen Dialogen.

Filminfos

Gattung:Drama; Komödie; Spielfilm
Regie:Otto Alexander Jahrreiss
Darsteller:Katja Riemann; Olli Dittrich
Drehbuch:Otto Alexander Jahrreiss
Kamera:Hannes Hubach
Länge:96 Minuten
Kinostart:26.05.2011
Verleih:Universal
Produktion: UFA Cinema GmbH, Degeto Film; Universal International Pictures;
FSK:12
Förderer:Filmstiftung NRW; DFFF

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Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

In einem abwechslungsreichen Episodenfilm folgt der Zuschauer fünf Männern und fünf Frauen ein paar Tage lang auf ihren Wegen kreuz und quer durch Berlin, bis die untereinander be- und entstehenden Beziehungen immer enger werden.
Olli „Dittsche“ Dittrich hat den Fernsehzuschauer immer wieder durch sein gekonntes Verwandlungsspiel überrascht und begeistert, und so wundert es nicht, dass er auch in dieser hintergründigen Komödie die Erwartungen nicht enttäuscht. Eine riesige Überraschung sind jedoch seine weiblichen Gegenparts, alle verkörpert von einer Katja Riemann, wie man sie noch nicht gesehen hat. Von anrührender Hilflosigkeit bis hin zu Travestie-überzeichnetem Klamauk schüttelt sie einen Figurenreigen aus dem Ärmel, der immer wieder erstaunt und begeistert. Von der biederen Ordnungsamtsangestellten bis zur hinreißenden Venezuelanerin, vom tief empfundenen Mitgefühl bis hin zu zwerchfellerschütternden Eheszenen reicht dieses Überraschungsfeuerwerk.
Die sich anfangs einstellende Befürchtung der Überfrachtung der Geschichte durch zu großes Maskenspiel stellt sich schnell als unbegründet dar, denn das Drehbuch und die Inszenierung haben stets ein großes Herz für die Figuren und folgen allen Personen liebvoll und psychologisch fundiert. Die Dialoge sind pointiert, das Drehbuch ist auf den Punkt genau ausgefeilt und der Spannungsbogen trägt bis zum Schluss. Die Musik ist manchmal kitschig, manchmal klischeehaft unter die Szenen gelegt, dabei aber immer auch passend gewählt. Denn diese Art von Komödie hat weder vor musikalischem Kitsch Angst noch vor slapstickhaftem Humor. Der Wert dieses Films liegt in der gekonnten Mischung der einzelnen Elemente und einem sehr guten Gesamtensemble, das den beiden Stars des Films den Rahmen gibt, in dem sie ihre volle komödiantische Kunst ausspielen können.
DIE RELATIVITÄTSTHEORIE DER LIEBE mag kein neues Kapitel der deutschen Kinokomödie aufschlagen, sie bereichert das Genre aber fraglos und schenkt dem Zuschauer ein kurzweiliges Kinovergnügen, dass noch lange nachhält.