Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee

Kinostart: 30.09.21
2020
Filmplakat: Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee

FBW-Pressetext

Gelungener erster Kino-Auftritt einer neuen Pfefferkörner-Generation.

Das zweite Kinoabenteuer der Pfefferkörner entführt die Jungdetektiv*innen an die Nordsee. Dort sind sie einem Umweltsünder auf der Spur, der das Meer vergiften will Mit DER SCHATZ DER TIEFSEE kehrt eine neue Generation Pfefferkörner mit Power und Köpfchen auf die große Kinoleinwand zurück.

Schon von der ersten Verfolgungsjagd früh im Film wird klar, mit wie viel Power und Energie die Pfefferkörner gegen die Bösen vorgehen. Sie lassen sich von niemandem so leicht abhängen und kommen nicht nur mit Action, sondern vor allem mit Köpfchen an ihr Ziel. Dass vor allem die Mädchenfiguren starke Rollenmodelle für junge Zuschauerinnen bieten, ist eine Tradition bereits der bekannten TV-Reihe, die auch hier durch das Drehbuch und die Regie von Dirk Ahner und Christian Theede beibehalten wird. Mit der Umweltverschmutzung der Verunreinigung der Meere greift der Film ein wichtiges Thema auf und verpackt es in eine spannende Geschichte, die gerade das Zielpublikum dazu anregen kann, wichtige Fragen zu stellen und noch nach dem Film über das Thema nachzudenken. Die Verfolgungsjagden sind rasant inszeniert, die Bilder der Landschaften sind imposant und die Darsteller*innen in ihrer Interaktion und ihrem Spiel allesamt natürlich und als Identifikationsfiguren gut geeignet. DIE PFEFFERKÖRNER UND DER SCHATZ DER TIEFSEE bietet spannende Unterhaltung und etabliert mit guter Figurenzeichnung und einer spannenden Geschichte ein neues Pfefferkörner-Team.

Filminfos

Gattung:Kinder-/Jugendfilm
Regie:Christian Theede
Darsteller:Emilia Flint; Caspar Fischer-Ortman; Leander Burat; Charlotte Martz; Linda Madita; Heino Ferch
Drehbuch:Dirk Ahner
Kamera:Matthias Fleischer
Schnitt:Martin Rahner
Musik:Cornelius Renz; Mario Schneider
Länge:94 Minuten
Kinostart:30.09.2021
Verleih:Wild Bunch Germany
Produktion: Letterbox Filmproduktion GmbH
FSK:6
Förderer:Nordmedia; DFFF; MDM; FFHSH; Filmförderung Hamburg

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Mehr als 200 Folgen von „Die Pfefferkörner“ sind bereits auf dem Kinderkanal KIKA zu sehen gewesen. Verständlich, dass der Serie auch die Kinofilme folgen. Nach DIE PFEFFERKÖRNER UND DER FLUCH DES SCHWARZEN KÖNIGS aus dem Jahr 2017 folgt jetzt DIE PFEFFERKÖRNER UND DER SCHATZ DER TIEFSEE, in dem es um einen Umweltskandal geht.

Dass DIE PFEFFERKÖRNER UND DER SCHATZ DER TIEFSEE nach bewährtem Jugendkrimi-Schema funktioniert, soll nicht verwundern, immerhin ist die Zielgruppe bestens mit den Aktivitäten ihrer Held*innen vertraut. Diesmal verschlägt es Tarun und Emilia zunächst nach Irland, wo Taruns Mutter, der Meeresforscherin Jaswinda, hochsensible Unterlagen gestohlen werden. Die Spur führt das junge Detektiv-Team an die Ostsee, wo der windige Millionär Fleckmann viel Geld mit dem Müll anderer Leute macht. Schnell merken die Beiden, dass sie zu Zweit nur wenig ausrichten können, doch schon bald erhalten sie von den Geschwistern Johnny und Clarissa wichtige Unterstützung.

Die Jury lobt die Geschlechterdarstellung. Anders als in vielen Kinderabenteuern immer noch üblich, haben bei den Pfefferkörnern ziemlich häufig Mädchen das Sagen, auch und gerade in technischen Dingen. Das wirkt niemals konstruiert und ist für beide Geschlechter hochgradig identitätsfördernd, bzw. -stiftend.

Handwerklich ist der Film solide gemacht, orientiert sich bis hin zum James-Bond-ähnlichen-Score am Krimigenre und sorgt damit für hohen Unterhaltungswert. Die Dramaturgie hat offensichtlich erkannt, dass Kinder da durchaus mithalten können. Allerdings störte die Jury der übermäßige Einsatz von Drohnenaufnahmen. Die sind nicht etwa, wie beim großen Agentenfilmvorbild, für Verfolgungsjagden aus Augenhöhe und den Dreh in schwer zugänglichen Orten eingesetzt wurden, sondern als ästhetischer Moment für simple Ortsbestimmungen mit noch simpleren Flugpanoramen, wie sie inzwischen sattsam aus dem TV-Programm bekannt sind.

Auch wenn DIE PFEFFERKÖRNER UND DER SCHATZ DER TIEFSEE von Beginn an ein hohes Tempo anschlägt, wirkt der Film dadurch für die Jury stellenweise wie ein ausgedehntes TV-Special zur Serie. Und die teilweise sehr altmodisch wirkenden Dialoge wirken auf die Jury weder zeitgemäß noch authentisch. Eine Schwäche des Films sieht die Jury darin, überzeugende Erwachsenenfiguren auf die Leinwand zu bringen.

Nichts desto trotz bringt DIE PFEFFERKÖRNER UND DER SCHATZ DER TIEFSEE ein wirklich zeitgemäßes und damit hochrelevantes Thema auf die Kinoleinwand und bietet mit seiner filmischen Umsetzung einen absolut spannenden Einstieg in so wichtige Themen wie Müllvermeidung und Umweltschutz. Denn die Message “Wir produzieren zu viel Müll“ ist im Film nicht nur durchaus zu vernehmen, sie ist auch so wichtig, dass man sie nicht nur der Zielgruppe immer wieder vermitteln sollte. Gerne zeichnet die Jury den Film, in Abwägung aller Argumente und aufgrund seiner aufgezeigten Qualitäten, mit dem Prädikat „wertvoll“ aus.