Die Dämonen

Kurzbeschreibung

Die Verfilmung von Dostojewskis Roman beschränkt sich auf eine Gruppe fanatischer Revolutionäre, die aus ihrem Kreis ein Opfer auswählen, um dadurch den Zusammenhalt zu erzwingen.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Spielfilm; Romanverfilmung
Regie:Andrzej Wajda
Darsteller:Isabelle Huppert; Jutta Lampe; Bernard Blier
Länge:114 Minuten
Produktion:

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Der polnische Regisseur Andrzej Wajda hat sich mit seiner Verfilmung von Fjodor Dostojewskis Roman " Die Dämonen" ein gewaltiges Stück Arbeit vorgenommen. Bei dieser Verfilmung zeigt sich das Problem der Adaption eines Romans der Weltliteratur, der 800 Seiten umfasst und ein literarisches Gemälde seiner Zeit, dem Russland um 1870 mit seiner revolutionären Strömung, sein will.

Wajda hat versucht, ein großes Panorama zu filmen, was ihn notgedrungen über Strecken zur Oberflächlichkeit gezwungen hat. Die Geschichte einer Gruppe von Revolutionären, die gegen die Gesellschaftsordnung protestieren, gerät zu Einzelporträts von privatem Wahnsinn. Auch die Kamera, die stellenweise handwerklich überzeugt, gerät in diesen Strudel einer Unentschiedenheit und erinnert an die Dramaturgie von Fernsehverfilmungen literarischer Werke, da hier die optische Erzählweise des Kinos vernachlässigt wird und zu kurz kommt. Hektik tritt an die Stelle von Dramatik. Dennoch haben die Inszenierung des literarischen Stoffes, die fast durchweg guten darstellerischen Leistungen und der Einsatz der faszinierenden Sprache in Dialogen und Monologen zu einer Beurteilung des Films als "wertvoll" geführt.