Die Blechtrommel

Filmplakat: Die Blechtrommel

Kurzbeschreibung

Ein dreijähriger Junge beschließt, nicht mehr zu wachsen und protestiert mit seiner Trommel gegen Nazis und die Gleichgültigkeit der Erwachsenen.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Aus einem der bedeutendsten Bücher der Gegenwart ist einer der bedeutendsten deutschen Filme geworden. Es handelt sich nicht nur um eine „Literaturverfilmung“ den Unterschied am Beispiel dieser „Blechtrommel“ zu zeigen, wäre eine eingehende Untersuchung wert, auch in Verfolgung der Arbeitsphasen, die zu diesem Drehbuch und zur regielichen Realisation führten. Hier, in notgedrungener Beschränkung, nur einige Stichworte zur Begründung des Prädikates.
Die Hand des Buchautos ist überall spürbar – es wurde nichts hinzu erfunden „für das Kino“. Und doch ist der Film „Kino“, das Zeitgeschichte kritisch, aber fern von jeder „hinterfragenden“ Abstraktion unmittelbar durch Menschen erfahrbar macht. Geschichte als Summe von Schicksalen, schon deswegen notwendig tragikomisch; Irrationales quasi als Gegenlicht, in dem Wirklichkeit erst seine greifbaren, begreifbaren Konturen erhält.
Das Drehbuch hält sich an die inhaltlich und optisch ergiebigsten Episoden des Romans, der ja selbst keine Handlung im üblichen Sinne hat. Trotzdem ist auch der Film ein bruchloses Ganzes. Die Regie, in ihrer Konzeption der bild- wie der Schauspielerführung, darf man guten Gewissens als kongenial bezeichnen – dass einige Szenen kriegerischer Zerstörung nachgestellte Andeutung blieben, ist unvermeidlich; darüber, ob man es bei den Szenen triebhafter Sexualität besser bei Andeutungen belassen hätte, kann man verschiedener Meinung sein.
Die Kamera leistet insgesamt Hervorragendes.
Das ist ohne Einschränkung und ohne Ausnahme auch von der Besetzung zu sagen. Hier allerdings auch einzigartiger Glücksfall: David Bennent, 12 oder 13 Jahre alt, als Oskar Matzerath. Die souveräne Ausdruckskraft seiner Darstellung, von der ersten bis zu letzten Szene, ist schier unglaublich. Schon wegen dieses „Oskarchens“ hätte der Film das höchste Prädikat verdient.
Dr. Alois Fink