Die bitteren Tränen der Petra von Kant

Kinostart: 05.10.72
1971
Filmplakat: Die bitteren Tränen der Petra von Kant

Kurzbeschreibung

Nach zwei gescheiterten Ehen glaubt die Modemacherin Petra von Kant, das Glück an der Seite einer Frau finden zu können. Doch ihre Annäherungsversuche werden von der Auserwählten zurückgewiesen.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Kategorie:Spielfilm
Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Rainer Werner Fassbinder
Darsteller:Margit Carstensen; Hanna Schygulla; Katrin Schaake; Eva Mattes
Drehbuch:Rainer Werner Fassbinder
Kamera:Michael Ballhaus
Schnitt:Thea Eymèsz
Musik:Walker Brothers
Länge:124 Minuten
Kinostart:05.10.1972
Verleih:Filmverlag der Autoren
Produktion:
FSK:16

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Der Bewertungsausschuss erteilte dem Film mit 4:1 Stimmen das höchste Prädikat.
Diese Entscheidung ging wesentlich von der Überlegung aus, wieweit hier Thema und Stil zu einer homogenen Einheit zusammenfallen. Das Thema: es ist entscheidend formuliert in dem Satz "man muss lernen zu lieben, ohne zu fordern". Von dieser Maxime her gibt Fassbinder ein differenziertes Tableau von Verhaltensweisen, akzentuiert er eine Lebensphilosophie, die sich in der Spannung zwischen verbaler Äußerung und intelligent formalisiertem Bild sinnvoll ausdrückt. Es wurde die Meinung vertreten, Fassbinder habe in diesem Film seine Mittel in dem Sinne bereichert, dass er einen Inhalt logisch entwickelt und dafür die intelligent kalkulierte optische Form findet. So hat hier auch das Element des Dekorativen unübersehbare Bezeichnungskraft. Es verbraucht sich nicht in einem isolierten Ästhetizitismus. Darin ist eine deutliche künstlerische Leistung zu sehen, die das Argument, es handle sich hier um ästhetische Manierismen, überzeugend widerlegt. Der Film erhält seine Spannung aus der Szene selbst und daraus zieht die Regie die Berechtigung, die Szene breit zu entfalten, den Schnitt so ökonomisch anzulegen, dass auch von daher dieser Film ausnehmend positiv zu sehen ist, als ein ästhetisch erlesenes Ergebnis, das eine Sache sachlich, d. h. gleichzeitig genau abhandelt.

Theo Fürstenau
Alfred Ebner
Michael Andritzky
Wolfgang Pflazgraff
Aloys Stapf