Der Krieg der Knöpfe

Filmplakat: Der Krieg der Knöpfe

FBW-Pressetext

Seit Jahren schon herrscht zwischen den Jugendbanden zweier französischer Provinzdörfer ein erbitterter Krieg. Ob Schimpfwörter, Prügelschlachten oder das Verschandeln der Häuserfassaden – alles ist möglich im sogenannten „Krieg der Knöpfe“, bei dem es darum geht, dem Gegner so viele Knöpfe wie möglich abzuluchsen. Im Jahr 1912 schrieb Louis Pergaud seinen bekannten Kinder- und Jugendroman. Regisseur Yann Samuell versetzt die Geschichte nun in die frühen 60er Jahre und somit in die Zeit des Algerienkrieges und auch in die des Rock’n’Roll. Diese kleinen popkulturellen und historischen Anspielungen machen auch erwachsenen Zuschauern Spaß, doch richtet sich DER KRIEG DER KNÖPFE zuallererst an ein Kinderpublikum: Themen wie Schule, Freunde, die erste Liebe und das Ende der Kindheit funktionieren bestens in diesem historischen Kontext. Vor allem auch dadurch, weil die Geschichte durch ein exzellentes Darstellerensemble getragen wird: Die durchweg grandios besetzen jugendlichen Schauspieler schaffen es, den Zuschauer zum Lachen zu bringen und gleichzeitig tief zu bewegen. Somit zeigt der Film viel mehr als „nur“ einen Bandenkrieg zwischen den Rivalen. Ein wundervoller Kinder- und Jugendfilm mit perfekter Ausstattung, der nichts vermissen lässt: Spannung, Abenteuer, Humor und vor allen Dingen ein zartes Gefühl der Nostalgie.
Prädikat besonders wertvoll

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Filminfos

Gattung:Spielfilm; Abenteuerfilm; Kinder-/Jugendfilm; Literaturverfilmung
Regie:Yann Samuell
Darsteller:Eric Elmosnino; Mathilde Seigner; Fred Testot; Alain Chabat; Vincent Bres; Salomé Lemire
Drehbuch:Yann Samuell
Buchvorlage:Louis Pergaud
Kamera:Julien Hirsch
Schnitt:Sylvie Landra
Musik:Klaus Badelt
Weblinks:zelluloid.de;
Länge:95 Minuten
VÖ-Datum:27.04.2012
Verleih:Koch Media
Produktion: One World Films
FSK:6
BD EAN-Nummer:4020628926755
DVD EAN-Nummer:4020628926779
DVD Extras:Making of (ca. 26 Minuten), Kindercasting (ca. 5 Minuten), Featurette "Auf den Spuren von Louis Pergaud" (ca. 12 Minuten)

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

"Der Krieg der Knöpfe" von Louis Pergaud, in Frankreich ein Kultbuch, eine literarische Ikone. 1961 verfilmte Yves Robert das Buch, es wurde ein Straßenfeger: Der Krieg zweier Kinderbanden aus zwei verfeindeten französischen Dörfern in der Provinz. Die abgeschnittenen Knöpfe dienen dabei als Zeichen der Demütigung der Besiegten. Nun machte sich Regisseur Yann Samuell an das filmische Remake. Man könnte ihm durchaus mit Skepsis entgegensehen: Wie funktioniert heute eine Jugendgeschichte ohne Computer und I-Pad, ohne die magischen Visionen der medialen Fantasy-Welten? Ist DER KRIEG DER KNÖPFE heute ein schier anachronistisches Sujet? Das vorliegende Ergebnis straft alle Befürchtungen ab. Der Film wurde zum nostalgischen Vergnügen. Es funktioniert die Geschichte, es funktioniert die schöne Mischung aus kindlicher Abenteuerlust, aus Herz und Schmerz. Ein Film der Erinnerung an Kindheit und Jugend, an die erste Liebe, an den Abgrund des Verrats und der Wortbrüche. Die so nie wiederkehrende Zeit der hochfliegenden Träume und der bitteren Abstürze und Enttäuschungen. Der Abschied von der Kindheit gerät zum melancholischen Fest, bei dem der Regen die bunten Farben hinweg spült. Auch die zeitliche Verschiebung der Geschichte in die Zeit des Rock’n Roll und des Algerienkrieges ist stimmig. Man muss diesen KRIEG DER KNÖPFE aus dem Jahre 2011 einfach mögen! Ist er doch ein Welttheater „en miniature“.