Das Versprechen eines Lebens

Kinostart: 07.05.15
2014
Filmplakat: Das Versprechen eines Lebens

FBW-Pressetext

„Du kannst Wasser finden, aber nicht deine eigenen Kinder“ – das ist es, was Joshua Conners Frau ihm vorwirft. Ihre Söhne kämpften 1915 auf britischer Seite in der Schlacht von Gallipoli in der Türkei. Alle drei gelten als gefallen. Die Trauer treibt die Mutter vier Jahre später in den Selbstmord. Connor verspricht an ihrem Grab, die Söhne zu finden und nach Hause zurückzubringen. Er gibt alles auf, verlässt seine Heimat und begibt sich auf die Suche. Doch in der Türkei angekommen, muss Connor feststellen, dass das Ende des Krieges nicht auch das Ende aller Konflikte bedeutet. Und immer stärker beginnt er zu glauben, dass seine Söhne vielleicht sogar überlebt haben könnten. 100 Jahre nach der grausamen Schlacht von Gallipoli inszeniert Russel Crowe diese, auf einer wahren Begebenheit beruhenden, Geschichte und überzeugt dabei selbst in der Hauptrolle. Gefühlvoll sind die romantischen Szenen zwischen Connor und der jungen türkischen Witwe Ayshe, ergreifend auch die Momente, die einen Blick auf die Schrecken des Krieges werfen und die Ausweglosigkeit der Soldaten zeigen. Insbesondere die Szenen des Stellungskrieges gehen dem Zuschauer wahrhaft unter die Haut. Doch Crowe lässt auch Platz für actionreiche Momente, für Verfolgungsjagden, Schießduelle. Zudem glänzt der Film durch fantastische Landschaftsaufnahmen und einem großartigen musikalischen Score. Indem der Film als eine Arbeit Parabel funktioniert, verweist Russel Crowe auf die Sinnlosigkeit aller Kriege. Auch entsteht durch die Mehrsprachigkeit des Films eine besondere Authentizität. DAS VERSPRECHEN EINES LEBENS ist überzeugendes Genrekino, das bewegt und an einen wichtigen Moment der Geschichte erinnert.

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Russell Crowe
Darsteller:Russell Crowe; Olga Kurylenko; Jai Courtney; Yilmaz Erdogan; Cem Yilmaz; Ryan Corr; Ben O'Toole; James Fraser; Steve Bastoni; Dylan Georgiades; Isabel Lucas; Salih Kalyon; Megan Gale; Jacqueline McKenzie; Damon Herriman; Daniel Wyllie; Deniz Akdeniz
Drehbuch:Andrew Knight; Andrew Anastasios
Kamera:Andrew Lesnie
Schnitt:Matt Villa
Musik:David Hirschfelder
Weblinks:moviejones.de; zelluloid.de;
Länge:111 Minuten
Kinostart:07.05.2015
Verleih:Universal
Produktion: Fear of God Films, Hopscotch Features; RatPac Entertainment; Seven Group Holdings; Seven West Media;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Man schreibt das Jahr 1915. Bei der blutigen Schlacht um Gallipoli zwischen England und der Türkei verlieren einige Hunderttausend Soldaten auf beiden Seiten ihr Leben, darunter auch zehntausende von Australiern, die für das britische Empire in den Krieg ziehen. Der australische Farmer Connor konnte nicht verhindern, dass auch seine drei Söhne sich dem Kampf anschließen. Als die Nachricht von ihrem vermutlichen Tod eintrifft, gibt ihm Connors Frau die Schuld an dem entsetzlichen Verlust. Ihr Schmerz treibt sie schließlich vier Jahre später in den Freitod und Connor schwört an ihrem Grab, dass er die Söhne nach Australien zurückbringen wird. So macht sich der Farmer auf in die Türkei, um sein Versprechen einzulösen.
Mit seinem Spielfilmdebüt und sich selbst in der Rolle des Connor inszenierte Russell Crowe
ein bildgewaltiges Drama um eine fast hoffnungslose Suche.

Das ist großartiges Genrekino, welches zwischen emotionalem Drama, Kriegsszenen und auch reinen Actionszenen schwankt. Das mag man dann dem Film auch vorhalten, dass er sich nicht klar definiert. Eindrucksvolle, ja unter die Haut gehende Szenen aus dem Stellungskrieg dienen dem historischen Verständnis und vor allem der Verdeutlichung der Sinnlosigkeit aller Kriege. Der Angriff griechischer Soldaten auf einen mit türkischen Milizen bestückten Eisenbahnzug wirkt mit seiner den amerikanischen Western ähnlichen Action dann jedoch in den Augen der Jury eher wie ein Fremdkörper.
Die Besetzung des Films mit Russel Crowe und Olga Kurylenko ist prominent und vorzüglich, dasselbe gilt für ihr Spiel und den restlichen Cast. Bei Russell Crowe vermisst die Jury jedoch trotz all dem Leid ein wenig mehr Emotion.
Kamera, musikalische Begleitung, Szenenbild, Ausstattung und Montage verdienen dagegen ein besonderes Lob, wie auch die Zweisprachigkeit in den Dialogen, welche dem Geschehen mehr Authentizität verleiht.