Das Schmuckstück

Kinostart: 24.03.11
VÖ-Datum: 08.09.11
2010
Filmplakat: Das Schmuckstück

FBW-Pressetext

In der Regenschirmfabrik des Unternehmers Robert Pujol gibt es Ärger: Die Arbeiter begehren auf, zetteln einen Streik an. Dies macht Pujol so schwer zu schaffen, dass dieser einen Herzinfarkt erleidet und das Bett hüten muss. Seine schöne Ehefrau Suzanne, von ihrer Familie belächelnd nur „Schmuckstück“ genannt, schreitet zur Tat: Kurz entschlossen übernimmt sie die Firmenleitung, verhandelt mit den Arbeitern und nimmt es sogar mit dem Abgeordneten Babin auf, mit dem sie ein kleines Geheimnis aus der Vergangenheit teilt. Der neueste Geniestreich von Francois Ozon ist eine herrliche und typisch französische Farce, wie man sie seit 8 FRAUEN nicht mehr gesehen hat. Die Schauspieler sind glänzend aufgelegt, allen voran brillieren Catherine Deneuve und Gerard Depardieu in ihren Rollen, die von Ozon traumwandlerisch geführt werden. Das Dekors, die Musik und die Dialoge amüsieren ebenso wie die köstlichen gut dosierten Frivolitäten. Die ausgereifte und stets überraschende Handlung wird mit pointierten Dialogen und kunstvoller Montage erzählt. Eine ironisch-freche Film-Perle aus Frankreich, prickelnd wie ein Glas französischer Schaumwein.

Filminfos

Gattung:Komödie; Spielfilm
Regie:François Ozon
Darsteller:Catherine Deneuve; Gérard Depardieu; Fabrice Luchini; Karin Viard; Judith Godrèche; Jérémie Renier
Drehbuch:François Ozon
Buchvorlage:Pierre Barillet; Jean-Pierre Grédy
Kamera:Yorick Le Saux
Schnitt:Laure Gardette
Musik:Philippe Rombi
Webseite:schmuckstueck-derfilm.de;
Länge:103 Minuten
Kinostart:24.03.2011
VÖ-Datum:08.09.2011
Verleih:Concorde
Produktion: Mandarin Cinéma, Scope Pictures; Wild Bunch; 2 Cinéma; Cinémage; Concorde; FOZ; Mars
FSK:6
DVD EAN-Nummer:4010324028753
Anbieter-Link:concorde-home.de
DVD Extras:Making-of, Outtakes, Kostümproben, Trailer

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Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Ozons Film verführt zu dem euphorischen Fazit: Ein Schmuckstück des französischen und des internationalen Films!

Schönheit und Stärken des Films wurzeln beispielhaft in seinen Verbindungen zu den Traditionslinien der französischen Kinematografie. Ozon als legitimer Erbe französischer Filmtestamente: natürlich Jean Renoir und René Clair, aber auch Marcel Pagnol und Sacha Guitry. Eine Binsenweisheit: Das Erbe annehmen und mehren bedeutet nie ein bloßes Kopieren oder die Übernahme von Erfolgsrezepten, es besteht primär in der Affinität zu Geist und Ethos der Filmkunst vergangener Jahrzehnte.

Der Zauber des Ozonschen Schmuckstückes umfasst viele Reizelemente. Nennen wir nur die wesentlichsten: Die hohe Schule der filmischen Konversation, die Kunst des geschliffenen Dialogs, das Füllhorn von Bonmots („Marie Antoinette hat in solchen Situationen nie den Kopf verloren!" - „Auf der Guillotine schon."), die Aura von Sinnlichkeit und Frivolität.

Ozon stellt seine Komödie in einen sozialen Konsens, in ein historisches Wertesystem. Angesiedelt ist die Fabel im französischen Großbürgertum der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Sozial zu definieren als Familien- und Klassenkonflikte an der Schwelle zur Ära des Turbokapitalismus und der Globalisierung. Doch zum Heute führen viele Korrespondenzen: Die Frau begehrt auf gegen die Fixierung als Schmuckstück -, „ohne das Recht zu denken“.

Ozon sieht DAS SCHMUCKSTÜCK selbst als feministischen Film. Die „Trophäenfrau" bleibt nicht mehr als Schmuckstück im Regal stehen. Das Lob des Matriarchats und die „Rückkehr der Amazonen" sind für Ozon ein Zeitthema par excellence. Die Figur des Kommunisten Babin symbolisiert parallel den historischen Abstieg der französischen Kommunistischen Partei- den alten Revolutionären geht die Luft aus. Die ganz eigene Magie des Films ist aber besonders eng mit seinen Darstellern verbunden. DAS SCHMUCKSTÜCK ist eine grandiose Hommage an das legendäre Kinopaar Catherine Deneuve / Gérard Depardieu. Ihre Tanzszene im Nachtclub gehört zum Fundus zeitloser und magischer Momente des Kinos.

Postscriptum: Nicht nur diese Szene verführt zu spontaner Standing Ovation. Auch die Sequenzen mit Catherine Deneuve beim Joggen oder beim Ausräumen der Küchenspülmaschine haben Kultstatus. Chapeau, Monsieur François Ozon!