Das Mädchen mit den roten Schleifen

Filmplakat: Das Mädchen mit den roten Schleifen

FBW-Pressetext

Die beiden indischen Mädchen Viru und Bhanu sind beste Freundinnnen. Doch Viru beneidet ihre Freundin oft. Um ihr schönes gepflegtes Haar und ihre Familie. Denn während Bhanu von ihrer Großmutter liebevoll umsorgt wird, trifft Viru bei ihrer vielbeschäftigten Mutter auf nur wenig Verständnis. Als Viru eines Tages von ihrer Lehrerin nach Hause geschickt wird, weil sie einen komischen Blutfleck auf ihrem Rock hat, ist Viru verzweifelt. Ob Bhanu ihrer besten Freundin helfen kann? Die Nähe zu den Figuren beeindruckt ganz besonders in diesem 19-minütigen Kurzspielfilm von Jayakrishnan Subramanian und Franziska Schönenberger. Durch das ganz natürliche Spiel der Mädchen hat man fast den Eindruck, einen dokumentarischen Film zu sehen und so einen ganz besonderen Einblick in die Lebenswirklichkeit der Figuren zu erhalten. Der Film behandelt die Konflikte und Probleme von Mädchen in der Pubertät und so werden die Haupt- auch zu Identifikationsfiguren für die Zielgruppe. Denn die Sorgen, die Viru sich in dieser Zeit macht, sind nachvollziehbar und werden sehr sensibel vermittelt. Dass die beste Freundin auch der Mensch ist, auf den sich Viru in ihrer Not verlassen kann und damit nicht alleine sein muss, weil sie sich anvertraut, ist eine positive Botschaft, die sich auch filmisch aufgrund einer überzeugenden Kamera mit Blick für viele kleine Details und zauberhafte kleine Animationssequenzen vermittelt. Ein wunderschöner Coming-of-Age-Film, der mit großer Sensibilität von den ganz normalen Problemen junger Mädchen erzählt.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Irgendwo in Indien: Viru und Bhanu sind allerbeste Freundinnen. Gemeinsam fahren sie morgens mit den Fahrrädern zur Schule und den Rest des Tages verbringen sie in der Natur mit Spielen und Träumen. Viru beneidet Bhanu um ihr wunderschönes, seidiges Haar, das deren Oma täglich zu Affenschaukeln flicht und mit weißen Schleifen schmückt. Sie selbst stammt aus ärmlicheren Verhältnissen. Der Vater ist keine große Hilfe und wird selbst von der Mutter als „Nichtsnutz“ bezeichnet. Im täglichen Arbeitsdruck weigert sie sich auch, Viru die spröden Haare zu flechten und kann ihr auch kein Geld für Schleifen geben. So wird das Mädchen ein wenig zum Mobbingopfer der Mitschülerinnen, als sie sich selbst die Haare kämmt und zu einem Zopf bindet. Die Klassenlehrerin erkennt aber ihre besonderen schulischen Fähigkeiten und nimmt sie in Schutz, als Viru wegen Bauchschmerzen zu spät zur Schule erscheint und einen Blutfleck auf ihrem Kleid bekommt. Die bereits aufgeklärte Bhanu tröstet sie und erklärt ihr, dass sie nicht an einer schrecklichen Krankheit sterben muss. Und sie hat auch ein Geschenk für sie: wunderschöne rote Schleifen für ihr Haar.
Franziska Schöneberger schrieb das Drehbuch und führte auch zusammen mit Jay Subramanian die Regie für diesen sehr menschlich und poetisch inszenierten Film über zwei junge Mädchen an der Grenze zum Erwachsenwerden. Die perfekte Kamera bleibt sehr dicht und mit sensibler Nähe an den Mädchen und verstärkt die gute Charakterisierung der beiden Protagonistinnen, beide offensichtlich Laien unter bester Führung der Regie. Die beiden Mädchen spielen mit großer Natürlichkeit, eingebettet in das gut beobachtete soziale Umfeld Zuhause und in der Schule. Die besondere Qualität des Films wird noch dadurch verstärkt, dass die Mädchen in einigen Szenen mit zauberhaft gezeichneten Animationen aus ihrer Realität in ihre Welt der Träume und Hoffnungen entführt werden. Ein kleines filmisches Meisterwerk, das Jugendlichen wie auch Erwachsenen große Freude bereiten wird.