Das krumme Haus

Kinostart: 29.11.18
2018
Filmplakat: Das krumme Haus

FBW-Pressetext

Klassisch-elegante Verfilmung des gleichnamigen Kriminalromans von Agatha Christie, in dem ein junger Privatdetektiv von seiner ehemaligen Geliebten den Auftrag erhält, den Mord an ihrem Großvater aufzuklären.

Charles Hayward ist gerade erst nach London zurückgekehrt, als er von seiner ehemaligen Geliebten Sophia besucht wird. Sophias Großvater, der herrschsüchtige Tycoon Aristide Leonides, ist vergiftet worden. Und nun soll Charles als Privatdetektiv den Fall klären. Eher unwillig begibt er sich auf den Landsitz der Familie und muss erkennen, dass das altehrwürdige Herrenhaus weit mehr zu bieten hat als hohe Decken und verstaubtes Mobiliar. Denn innerhalb der Mauern, wo sich die gesamte Familie tummelt, angiftet, bekriegt und beschuldigt, entpuppt sich bald ein jeder als Verdächtiger mit starkem Motiv. Insgesamt 66 Kriminalromane hat Agatha Christie geschrieben – und DAS KRUMME HAUS gehört nach ihrer eigenen Aussage mit zu ihren Lieblingsstoffen. Nun wurde der Roman zum ersten Mal für die große Leinwand verfilmt. Geschickt balancieren das Drehbuch von Julian Fellowes, Gilles Paquet-Brenner und Tim Rose Price sowie die Regie von Paquet-Brenner zwischen Krimi-Spannung und der herrlich überzeichneten Darstellung der blasiert-gelangweilten englischen Upper Class in der Nachkriegszeit. Der Kriminalfall gestaltet sich wie ein klassisches Rätsel. Jeder Hinweis wird sorgsam gestreut, falsche Fährten werden gelegt und jeder agiert verdächtig, sodass der Plot bis hin zur letzten Volte den Zuschauer überrascht. Die große Spielfreude des Ensembles zeigt sich in jedem einzelnen Darsteller: Ob Max Irons als Detektiv, Christina Hendricks als naiv-laszive Witwe oder die fantastische Glenn Close als Schwester des Verstorbenen, die scheinbar alle Familienfäden in der Hand hält. Die Essensszenen beim Dinner sind ungeheuer lebendig, wie spitze Degen fliegen die Worte hin und her, jeder Dialog ist ein Fechtkampf. Die bewegliche Kamera von Sebastian Winterø, die eindringliche Licht- und Schattendramaturgie und die genretypisch aufgeladene Musik von Hugo de Chaire unterstützen die spannend-gruselige Atmosphäre des Herrenhauses, welches dank seiner grandiosen filmischen Inszenierung eine ebenso große Rolle spielt wie die Menschen, die ihre Befindlichkeiten in ihm ausleben. DAS KRUMME HAUS ist im besten Sinne ein Film, der aus der Zeit fällt. Ein herrlich klassisches Katz-und-Maus-Spiel, welches nicht nur Krimi-Fans auf das Beste und Spannendste unterhalten wird.

Filminfos

Gattung:Spielfilm; Kriminalfilm
Regie:Gilles Paquet-Brenner
Darsteller:Max Irons; Stefanie Martini; Glenn Close; Honor Kneafsey, Christina Hendricks; Terence Stamp; Julian Sands; Gillian Anderson; Christian McKay; Amanda Abbington; Preston Nyman; John Heffernan; Jenny Galloway
Drehbuch:Julian Fellowes; Gilles Paquet-Brenner; Tim Rose Price
Buchvorlage:Agatha Christie
Kamera:Sebastian Winterø
Schnitt:Peter Christelis
Musik:Hugo de Chaire
Länge:116 Minuten
Kinostart:29.11.2018
Verleih:Fox
Produktion: Brilliant Films, Fred Films; Head Gear Films; Metrol Technology;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Ist die Verfilmung einer der besten Detektivgeschichten der legendären Agatha Christie im klassischen britischen Erzählstil der 1950er und 1960er Jahre heute noch als zeitgemäß anzusehen und kann es seine bewundernden Zuschauer in den Kinos noch finden? Man muss es eindeutig bejahen. Die grandiose Inszenierung und die handwerkliche Perfektion bei allen filmischen Gewerken machen diesen Film zu einem Erlebnis. Da ist als besonders wichtiges Element die Leistung der Ausstattung zu erwähnen. Unaufdringlich, aber absolut der Zeit angemessen. Dabei besonders zu erwähnen ist der erste Gang von Detektiv Charles Hayward durch die Räume des schlossähnlichen Anwesens. Jeder Raum ist den Charakteren der einzelnen Familienmitglieder angepasst und über die Maßen stilsicher ausgestattet. Eine herausragende Kameraführung in Nahaufnahmen, in Totalen und in der Bewegung in wunderbaren Perspektiven. Die musikalische Begleitung zeitgemäß passend und wohltemperiert. Ein Klasse-Drehbuch nach der berühmten Vorlage und ganz im Erzählgeist der Autorin. Dazu die Dialoge, echt und very british – einfach zum Genießen. Und letztlich die Besetzung: Max Irons als Sohn des berühmten Jeremy Irons, ist auf dem besten Weg zu dessen Klasse. Stefanie Martini spielt ebenso überzeugend die reiche Erbin und Mithelferin zur Auflösung des Mordes. Und dann, zu recht an erster Stelle des Cast genannt, die grandiose Glenn Close in einer brillanten Altersrolle. Und letztlich stimmt die Dramaturgie, natürlich auch dank Agatha Christie: Das Wechselbad der Verdächtigen hält die Spannung jederzeit hoch.