Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

Kinostart: 01.01.14
2013
Filmplakat: Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

FBW-Pressetext

Walter Mitty ist ein Held. Er rettet Kinder und Hunde aus brennenden Häusern, kämpft gegen Bestien und erklimmt die höchsten Berge. Doch all dies sind Tagträume. Denn eigentlich ist Walter nur ein kleiner Angestellter beim Life-Magazin, den jeder übersieht. Auch seine neue Kollegin Cheryl, in die Walter verliebt ist. Nur der Fotograf Sean, der für Life quer durch die Welt reist, hält große Stücke auf den ruhigen besonnenen Mann. Als für die letzte Print-Ausgabe des Magazins ein wichtiges Foto von Sean fehlt, klopft das Schicksal an Walters Tür. Er muss sich entscheiden: Soll er weiter träumen oder aufwachen und sein Leben in die Hand nehmen? Was anfängt wie eine Komödie, entwickelt sich nach und nach in ein fantasievolles Road Movie voller unglaublicher Bilder und Eindrücke. Denn je mehr Walter sich von seinen Tagträumen verabschiedet, desto wahnwitziger werden seine tatsächlich erlebten Abenteuer. Von einem Sprung in einen Helikopter in Grönland bis hin zur Besteigung des Himalaya folgt der Zuschauer Walter und wird mit hineingezogen in seine Erlebnisse. Ben Stiller, sowohl Hauptdarsteller als auch Regisseur, ist die perfekte Besetzung für diesen Mann, der als graue Maus startet und als strahlender Held endet. Neben all den abenteuerlichen Szenen lässt der Film sich auch immer wieder Zeit für die kleinen ruhigen zwischenmenschlichen Momente, die angefüllt sind mit Liebe, subtiler Komik und Herzenswärme. Am Ende braucht Walter Mitty keinen Traum mehr. Denn er lebt ihn. Ein mitreißender Film über die unendlichen Chancen des Lebens – magisch, poetisch, traumhaft.

Filminfos

Gattung:Komödie; Spielfilm
Regie:Ben Stiller
Darsteller:Ben Stiller; Kristen Wiig; Shirley MacLaine; Adam Scott; Kathryn Hahn; Sean Penn; Patton Oswalt
Drehbuch:Steven Conrad
Buchvorlage:James Thurber
Kamera:Stuart Dryburgh
Schnitt:Greg Hayden
Musik:Theodore Shapiro
Weblinks:zelluloid.de; moviejones.de;
Länge:115 Minuten
Kinostart:01.01.2014
Verleih:Fox
Produktion: Twentieth Century Fox Film Corporation
FSK:6

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Walter Mitty ist einer von jenen Menschen, die mehr in ihren Tagträumen leben als in der Realität. Und im ersten Akt des Films werden dann auch einige seiner Wunschfantasien vor den Augen der Zuschauer „wahr“. Da springt er wie ein Superheld über eine Straße in ein brennendes Haus, um dort ein Hündchen zu retten. Er verwandelt sich vor den Augen der von ihm (natürlich nur aus der Ferne) angebeteten Kollegin in einen coolen Arktisforscher und wehrt sich handgreiflich im Fahrstuhl gegen die Demütigungen eines arroganten Managers, statt wie in der Realität vor ihm zu kuschen. Dabei war seine Arbeit im Fotoarchiv der Illustrierten Life immer vorbildlich, doch dann soll die Printausgabe der Zeitschrift eingestellt werden. Für das letzte Titelbild ist ein Foto vorgesehen, dessen Negativ Walter nicht finden kann. So in die Enge gedrängt, macht er sich auf die Suche nach dem Fotografen und fliegt dabei von Grönland über Island bis nach Afghanistan. Und auf dieser Reise bewältigt er Abenteuer, die fantastischer sind als seine Tagträume es je waren. Von diesem Erwachen eines Mannes, der bisher wie im Halbschlaf durch sein Leben schlich, wird mit einer großen Zärtlichkeit den Personen gegenüber erzählt. Es ist zugleich komisch, anrührend und spannend, wie Walter auf seiner Suche immer mehr zu sich selber findet, seine Geduld, Warmherzigkeit und Sorgfalt als Stärken entdeckt und schließlich lernt, wie wichtig es ist, etwa einfach nur mit einem Freund und ein paar Jugendlichen in der Wildnis Fußball zu spielen. Ben Stiller gelingt es, mit einem eher stillen Humor zu inszenieren und in der Titelrolle verkörpert er den vermeintlichen Verlierer so gut, dass er trotz oder gerade wegen der vielen Ungeschicklichkeiten glaubhaft zu einem Helden wird, der schließlich auf einer viel umfassenderen Ebene gewinnt. Und ganz nebenbei erzählt Stiller auch vom Niedergang der Printmedien und feiert dabei die grandiose Institution „Life“, mit deren wunderbaren Fotos dieser Film gespickt ist.