Contact

Kinostart: 09.10.97
1996

Kurzbeschreibung

Ehrgeizige amerikanische Astronomin entschlüsselt Daten aus außerirdischen Signalen und setzt gegen alle Widerstände durch, daß ein gigantischer Weltraumtransporter gebaut und gestartet wird.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Science-Fiction
Regie:Robert Zemeckis
Darsteller:David Morse; Jodie Foster; Jena Malone
Drehbuch:James V. Hart
Buchvorlage:Carl Sagan
Kamera:Don Burgess
Schnitt:Arthur Schmidt
Musik:Alan Silvestri
Länge:149 Minuten
Kinostart:09.10.1997
Verleih:Warner
Produktion: Warner Bros. International, Warner Bros.;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

An große Fragen wagt sich diese aufwendige Produktion aus Hollywood, die als wertkonservatives Märchen, als Drama eines leidenschaftlich verfolgten Ziels, als Suche nach dem Gottesbeweis und nach religiösem Sinn oder als US-typischer Größenwahn, der es sogar mit außerirdischer Intelligenz aufnimmt, gesehen werden kann.

Der brilliant inszenierte Film wagt viel. So viel, daß eine seiner gewagtesten Metaphern beinahe untergeht: Die erste große Fernsehsendung der Welt, die als erstes Signal der Menschheit ins Weltall strahlte und nun (modifiziert) 52 Lichtjahre Hin- und Rückweg später vom Planeten Wega zurückkommt, der erste menschliche Kontakt mit außerirdischer Intelligenz, das war die Eröffnung der Olympischen Spiele 1936 durch Adolf Hitler. Dies ist nur eine Sub-Ebene dieses vielschichtigen, anregenden und aufregenden Films, der viele Fragen stellt - und offen läßt.

Fest steht, daß es die überragende Jodie Foster ist, die als Astronomin Ellie Arroway dem Film Glaubwürdigkeit und Kraft gibt.
Dramaturgisch operiert das filmische Gedankenexperiment sinnvoll und schlüssig, findet im wirtschaftlich, wissenschaftlich und politisch glaubhaften Psychodrama um die Weltraum-Horcher sinnliche Bilder und Geschichten.

Sinn und Zweck von Wissenschaft, "das Rationale", werden hinterfragt, ebenso die Bereitschaft, "an Etwas" zu glauben. Hier ein geradezu europäischer Ideen-Film, scheut er sich aber nicht vor spektakulären Bildern. Auch dann nicht, als es um Jodie Fosters Zeitreise zum Planeten Wega geht, die entweder eine Tausendstel Erdensekunde oder 18 Stern-Stunden dauert.
Geradezu symmetrisch in seinem Grundkonflikt von Wissenschaft und Gottesglaube findet sich ein schönes Schlußargument. Die Antwort auf solcherlei Fragen liegt in unserer eigenen Humanität, der Wert der Menschen in dem Wert, den sie sich selber geben. So wirkt die Suche nach Intelligenz im Weltraum auch im Kino erhellend.