Blue Jasmine

Kinostart: 07.11.13
2013
Filmplakat: Blue Jasmine

FBW-Pressetext

Für Jasmine, Ex-Frau eines reichen Finanzhais, bricht das High-Society-Leben wie ein Kartenhaus zusammen, seitdem ihr Mann als Betrüger aufgeflogen ist. Völlig pleite und als nervliches Wrack reist Jasmine mit viel Gepäck nach San Francisco zu ihrer Adoptivschwester Ginger, die sie in ihrer kleinen Wohnung aufnimmt. Zwar hält sie den Lebensstil ihrer Schwester für unter ihrer Würde, realisiert aber, dass sie gezwungenermaßen umdenken muss, wenn sie irgendwie über die Runden kommen will. Nachdem Woody Allen einige Jahre in Europa gedreht hat, kehrt er mit BLUE JASMINE zu seinen Wurzeln in die USA zurück. Die Dialoge wechseln von charmanter Nonchalance bis hin zu tragischen Abgründen. Im stetigen Wechsel kontrastiert die Inszenierung Jasmines Upper-Class-Leben in New York und ihren Absturz in San Francisco, die Kamera findet für beide Erzählebenen passende und wunderschöne Bilder. Cate Blanchett liefert als Jasmine eine wahre Tour de Force, ihr Spiel ist ein Seelenstriptease, die konstante Demontage einer perfekten Maske. Als starken Gegenpart verkörpert Sally Hawkins mit wahrer Herzenswärme ihre Schwester Ginger. Ein mitreißendes psychologisches Drama mit subtilen Untertönen und dramaturgischen Überraschungen bis zum Schluss – meisterlich!

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Woody Allen
Darsteller:Alec Baldwin; Cate Blanchett; Louis C.K.; Bobby Cannavale; Andrew "Dice" Clay; Sally Hawkins; Peter Sarsgaard; Michael Stuhlbarg; Tammy Blanchard; Max Casella; Alden Ehrenreich
Drehbuch:Woody Allen
Kamera:Javier Aguirresarobe
Schnitt:Alisa Lepselter
Webseite:bluejasmine.de;
Weblinks:zelluloid.de; moviejones.de;
Länge:98 Minuten
Kinostart:07.11.2013
Verleih:Warner
Produktion: Perdido Productions
FSK:6

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Jasmine, eine Frau, die den totalen sozialen Abstieg hinter sich hat, muss bei der von ihr eigentlich ob ihres kleinen Glücks stets verachteten Adoptivschwester unterkommen. Und in einer Mischung aus Anmaßung, Verdrängung und Realitätsflucht entfaltet sich im Verlauf des Films für den Zuschauer nach und nach ein Psychodrama, wie man es selten zu sehen bekommt.
Cate Blanchett liefert mit der Darstellung der Jasmine die eventuell beste Leistung ihre Karriere ab, ihr facettenreiches Spiel ist atemberaubend, ihre seelischen Probleme zeugen von einem wahren menschlichen Drama. Dass Blanchett derart großartig aufspielen kann, ist auch dem sie unterstützenden Cast zu verdanken, denn ohne starke Gegenparts wäre sie ein Solitär, der isoliert in einer Kunstwelt lebt. So bereiten die ebenfalls überaus stark aufspielenden Sally Hawkins, Andrew Dive Clay und Bobby Cannavale die Bühne für Blanchettes Leistung. Woody Allens neuestes Werk ist raffiniert verschachtelt, die Rückblenden bebildern nicht nur das vergangene Leben in der New Yorker High Society, sie liefern jedes mal darüber hinaus auch einen neuen Baustein im wahren Charakter Jasmines und erschüttern das Selbstbild nach und nach, bis am Ende nichts mehr übrig ist vom anfänglichen Mitleid.
Zugleich ist es Allen gelungen, nicht nur angelehnt an den Fall des Bernie Madoff einen abgehobenen Abstieg aus der Upper Class aufzuzeigen. Ihm gelingt das Kunststück, die soziale Gegen-Wirklichkeit der Schwester als Jasmines Bühne zu nutzen, dabei niemanden vorzuführen oder in einfache Klischees zu verfallen.
BLUE JASMINE ist ein fesselndes psychologisches Drama mit beeindruckenden Leistungen des gesamten Casts, das beweist, dass Woody Allen nach wie vor zu den wichtigsten Regisseuren zählt, den Zuschauer im Kino zu fesseln weiß und ihn mit viel Gesprächsstoff aus dem Kino entlässt.