Being John Malkovich

Kinostart: 04.05.00
1999
Filmplakat: Being John Malkovich

Kurzbeschreibung

Der Puppenspieler Craig, der als Bürokraft seinen Unterhalt
verdienen muß, entdeckt einen Geheimgang, der ihn unmittelbar in
das Gehirn des Schauspielers John Malkovich führt und
verwirklicht damit seinen Traum vom Anderssein.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Komödie
Regie:Spike Jonze
Darsteller:Cameron Diaz; John Cusack; Ned Bellamy
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:113 Minuten
Kinostart:04.05.2000
Verleih:Universal
Produktion: Universal International Films, Inc., Universal International Films;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Ein erfolgloser Puppenspieler bewirbt sich um eine Stelle bei einer sonderbaren Firma, die im Stockwerk mit der Bezeich-
nung 7 1/2 residiert. In diesem geheimnisvollen Stockwerk, wo
alle Menschen nur gebückt laufen können, entdeckt er einen
Geheimgang, der direkt in das Gehirn des Schauspielers John
Malkovich führt. Diese Entdeckung verändert nicht nur das Leben
des armseligen Puppenpielers, sondern auch das seiner Frau und
anderer Mensche, die von dieser Entdeckung auf verschiedene Weise
profitieren wollen. Am meisten beeinflußt das natürlich das Leben
von John Malkovich, der nie wieder er selbst sein wird.

Um Rollenspiele geht es in erster Linie in dem Debütfilm von
Spike Jonze, um das Leben mit Masken und Manipulationen. Was als
märchenhafte Satire beginnt und an "Alice im Wunderland"
erinnert, wird - trotz der stets gleich bleibend surrealen
Geschichte - immer realistischer und streckenweise bitter ernst.
Das Spiel um Bewußtsein, Unterbewußtsein und Körperlichkeit, um
fremdgesteuertes Leben (Marionette) und den Traum von der ewigen
Jugend, den man sich durch das Aufgehen in einem anderen,
jüngeren Körper erfüllen kann, schwankt zwischen Absurdität und
Groteske, zwischen Tragödie und Klamauk.

Nicht zu leugnen sind die vielen, oft recht amüsanten Einfälle
dieser Story, die sich aber häufig in Wiederholungen erschöpfen
und manchmal allzu derb wirken. Auch wenn einige grundlegende
Gedanken zum Thema Kulturbetrieb, Machtbesessenheit,

Suchtverhalten (die Reise ins fremde Hirn wird zu einer Droge)
und sexuelle Obsession hier in unterhaltsamer Verpackung
angeboten werden, beanstandete der Ausschuß dennoch, daß die
Handlung immer wieder zu zerfleddern droht und zu viele Effekte
zugunsten einer stringenten Dramaturgie eingesetzt werden. Das
führt dazu, daß viele Anspielungen und Ideen ins Leere laufen.
Das bewirkt, daß die Handlung oft anstatt zu amüsieren Verwirrung
stiftet und stellenweise sogar konsterniert.