Filmplakat: Bär

FBW-Pressetext

In dem 8minütigen Kurzfilm BÄR erzählt Pascal Flörks die Geschichte seines Großvaters. Der war im Krieg, als Fallschirmjäger. Davon hat er nie gern erzählt. Mit der Großmutter zusammen hat er ein Häuschen mit Garten gekauft. Auf den Garten war er sehr stolz. Der Enkel zeigt Bilder von dem Häuschen, von dem Garten, Bilder aus Fotoalben von früher. Die Bilder zeigen den Großvater. Als Bär. Diese Verfremdungsmethode ist auf der einen Seite ein künstlerisches Stilmittel, welches der Kollage einen zusätzlichen Reiz verleiht. Auf der anderen Seite verdeutlicht es die Verfremdung des Erinnernden, der einer nachfolgenden Generation etwas erzählt und dabei immer den Mythos des Geheimnisvollen pflegt. Denn trotz spürbarer Nähe, blieb diese Seite seines Großvaters für Pascal Flörks immer ein Rätsel. Er selbst fungiert als Erzähler, was dem Film zusätzlich eine persönliche Note verleiht. Ein berührender und überaus gelungener Kurzfilm.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kurzfilm
Regie:Pascal Flörks
Drehbuch:Pascal Flörks
Schnitt:Pascal Flörks
Musik:Christian Heck
Weblinks:;
Länge:7 Minuten
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Einen ungewöhnlichen Weg der Vergangenheitsbewältigung hat Pascal Flörks in seinem Animationsfilm BÄR gewählt – er erzählt die Geschichte seines Großvaters mit Fotos aus dem Familienalbum sowie aus weiterem Archiv-Bildmaterial und ersetzt seinen Opa durch einen einmontierten Bären. Eine Idee, die sich als ebenso einfach wie wirkungsvoll erweist.

Der zunächst irritierende Verfremdungseffekt bewirkt, dass der Zuschauer das Gezeigte umso aufmerksamer verfolgt, die Bilder durch den mit Stärke assoziierten Bären-Großvater sozusagen in einem neuen Licht sieht. Die sorgsame Bearbeitung der Fotografien, die das Tier in stets passenden Posen zeigen, zeugt von einem gründlichen Studium der Quellen und einer gezielten Auswahl der Bilder. Ein Leben als Fotoroman mit einem Tier als Platzhalter ist eine überaus überzeugende und innovative Idee, die zeigt, wie man Lebensläufe, für die es an Bildern fehlt, auf kreative Weise dennoch in einen Film umsetzen kann.