Architekturbüro Scharrenhauser

FBW-Pressetext

Der Leiter des Architekturbüros Scharrenhauser möchte mit seiner Assistentin einen Werbespot drehen. Zu zweit entpuppt sich das als mühsames Unterfangen, bei dem vieles misslingt, so dass der Dreh schnell durch Frustration und Verzweiflung bestimmt wird. Die mit wenigen Mitteln produzierte Groteske kommt auch mit reduzierten Möglichkeiten der Darstellung aus. Die Komik des Kurzfilms wird durch die Aneinanderreihung mehrerer Takes ein und derselben missglückten Aufnahme erzeugt, die durch harte Schnitte miteinander verbunden werden. In der Redundanz werden die verschiedensten Emotionen der Protagonisten beim Dreh sichtbar, deren Widersprüchlichkeit das Publikum zum Schmunzeln verleitet. Dabei überzeugen das rasante Tempo und die Darstellerleistungen. Wie groß die Kunst ist, Missgeschicke bewusst zu konstruieren und inszenieren, zeigte uns zuallererst Loriot. Diese Tradition wissen Claire Walka und Fabian Daub geschickt zu nutzen, ohne sie zu imitieren. Wenn auch nicht werbewirksam, dann zumindest überaus amüsant.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Spielfilm; Kurzfilm
Regie:Claire Walka; Fabian Daub
Darsteller:Andreas Eckel; Marion Gretchen-Schmitz
Drehbuch:Claire Walka; Fabian Daub
Kamera:Fabian Daub
Schnitt:Claire Walka
Länge:6 Minuten
Produktion: Bildfolge Filmproduktion

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Viele professionell gemachte Promotionvideos sind ja schon unfreiwillig komisch. Wenn sich erst Laien daran versuchen, muss das Ergebnis einfach eine Abfolge von witzigen Ungeschicklichkeiten sein. In ARCHITEKTURBÜRO SCHARRENHAUSER soll bis zum Firmenlogo am Schluss die Illusion geschaffen werden, dies sei tatsächlich der Versuch eines Architekten und seiner Assistentin, mit der privaten Videoausrüstung ein Werbefilmchen für die eigene Firma zu drehen. Dabei geht schief, was nur schief gehen kann und viele der Pointen zünden auch. Ein wenig erinnert dieses ewige Scheitern an der richtigen Formulierung, der würdevollen Körperhaltung oder dem optimalen Bildausschnitt an die Sketche von Loriot, in denen ja auch eine komische Grundsituation bis ins Groteske hinein weitergeführt wird. Aber die Steigerungsdramaturgie greift hier nicht sehr wirkungsvoll, weil die Szene nicht wirklich bis auf die Spitze getrieben wird. In ARCHITEKTURBÜRO SCHARENHAUSER hat der Zuschauer das Prinzip bald erkannt, und dann folgen eher Varianten des Scheiterns als dessen Zuspitzung.