Am Ende der Gewalt

Kinostart: 27.11.97
1996

Kurzbeschreibung

Artifiziell konstruierte Episodengeschichte um einen kaltherzigen Hollywood-Produzenten, der sich - von Entführern bedroht - nach Mexiko absetzt, während seine Frau (mit Liebhaber) die Geschäfte fortführt.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Thriller; Spielfilm
Regie:Wim Wenders
Darsteller:Traci Lind; Bill Pullman; Rosalind Chao
Drehbuch:Wim Wenders; Nicholas Klein
Kamera:Pascal Rabaud
Schnitt:Peter Przygodda
Musik:Ry Cooder; DJ Shadow
Länge:122 Minuten
Kinostart:27.11.1997
Verleih:Buena Vista Filmverleih
Produktion: Kintop Pictures, Los Angeles, Calif., Kintop Pictures; Ciby Pictures; Road Movies Filmproduktion;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Viele Gedanken und Aphorismen zu Leben und Gewalttätigkeit schmücken diesen Film. Eine innere Monologstimme verbindet die episodenreichen Erzählstränge mit zeitweise recht aufgesetzt wirkender Didaktik. Trotz des Einsatzes der verbindenden Off-Stimme laufen Worte und Bilder parallel beschreibend nebeneinander her. Gefühle werden in langen Einstellungen auf Gesichtern vorgeführt, und die Haltungen demonstrierenden Figuren erinnern an Brechts episches Theater. Die Botschaft ist jedoch nicht klar ersichtlich. Einerseits wird eine Geheimbundgeschichte mit den üblichen Attitüden, mit Weltherrschaftsgedanken und Verschwörungen bemüht (die schemenhafte Konstruktion steht dabei in merkwürdigem Gegensatz zu den diversen eher klassischen Figurenkonstellationen und der philosophisch angelegten Textebene), andererseits erlebt der Held eine emotional recht unverständliche, aber trotz hinkender Logik denkwürdige Wandlung.
Szenen im Milieu der Reichen werden mit intellektueller Kühle präsentiert. Mit räumlicher Nähe, familiärer Solidarität, mit Tieren und Natur erfährt die Schicht der hilfsbereiten einfachen Leute, der Mexikaner, eine gloriose Romantisierung.
Die an optischen Wirkungen orientierte Kameraführung unterstreicht mit ihren Bildzitaten den artifiziellen Konstruktionscharakter des Films. Die jeweiligen Episoden untermalt ein Musik-Potpourri, das trotz einzelner schöner Kompositionen etwas penetrant verdeutlichend die Figuren und die Geschichte atmosphärisch stützt.