Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln

Kinostart: 26.05.16
VÖ-Datum: 20.10.16
2016
Filmplakat: Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln

FBW-Pressetext

Gerade erst von einem Seefahrtabenteuer in ihre eigene Welt zurückgekehrt, muss Alice feststellen, dass sie zuhause eine Menge Schwierigkeiten erwarten. Doch Alice wäre nicht Alice, wenn sie nicht davon überzeugt wäre, dass selbst das Unmögliche möglich ist, wenn man nur daran glaubt. Als sie Absolem, die blaue Raupe, in die Welt hinter den Spiegeln führt, da der verrückte Hutmacher erkrankt ist und dringend ihre Hilfe braucht, ist Alice wild entschlossen, alles für ihren Freund zu tun. Sie entwendet sogar dem Lord der Zeit die Chronosphäre, eine Kugel, die sich zur Zeitmaschine verwandelt, und reist zurück in der Zeit, um die Familie des Hutmachers zu finden. Doch Vorsicht ist geboten. Denn wenn man sich selbst in der Vergangenheit begegnet, besteht die Gefahr, dass alles zerbricht. In ALICE IM WUNDERLAND: HINTER DEN SPIEGELN fällt der Zuschauer zusammen mit der bezaubernden Alice wieder mitten hinein, in die mysteriöse, schillernde Fantasiewelt, wo all die bekannten Freunde auf ein Wiedersehen warten: die Weiße Königin, die Grinsekatze, die Brüder Tweedledee und Tweedledum und all die anderen liebevoll gezeichneten Charaktere. Actionreich und mit viel Fantasie verzaubert Regisseur James Bobin ganz im Stil von Tim Burton, der dieses Mal für die Produktion verantwortlich zeichnet, die Fantasyfans. Die Dialoge sind köstlich gestaltet und voll doppelbödigem Wortwitz. Kostüme und Masken sind wie gewohnt grandios ebenso wie die hochkarätige Besetzung, allen voran die elfengleiche Mia Wasikoswka als Alice und die brillant wandlungsfähigen Helena Bonham-Carter als Herzkönigin und Johnny Depp als der verrückte Hutmacher. Die Figuren selbst werden in ihrer Komplexität und Vielschichtigkeit noch stärker ausgebaut, gute Figuren erhalten Ecken und Kanten und auch Bösewichter offenbaren Seiten von sich, die ein gutes Herz erkennen lassen. Dank einer grandiosen Bildgestaltung wirkt jede Aufnahme wie ein Tableau und jede Sequenz lässt in einen anderen Traum an Farben und Lichtern eintauchen. ALICE IM WUNDERLAND: HINTER DEN SPIEGELN ist ein bildgewaltiges und kunterbuntes Kinoerlebnis für die ganze Familie und ein wunderbar unterhaltsamer Ausflug in eine grenzenlose Fantasiewelt!

Filminfos

Gattung:Fantasy; Abenteuerfilm
Regie:James Bobin
Darsteller:Johnny Deep; Mia Wasikowska; Anne Hathaway; Helena Bonham Carter; Sacha Baron Cohen; Rhys Ifans; Matt Lucas; Ed Speleers; Lindsay Duncan
Drehbuch:Linda Woolverton
Buchvorlage:Lewis Carroll
Kamera:Stuart Dryburgh
Schnitt:Andrew Weisblum
Musik:Danny Elfman
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:113 Minuten
Kinostart:26.05.2016
VÖ-Datum:20.10.2016
Verleih:Walt Disney
Produktion: Walt Disney Pictures
FSK:6
BD EAN-Nummer:8717418486983
DVD EAN-Nummer:8717418486969
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Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Mit der bewährten Besetzung des für jeden Exzentriker prädestinierten Johnny Depp als lispelnden Hutmacher, der wunderschönen Mia Wasikowska als Alice, der beliebten Anne Hathaway als ätherische Königin und Helena Bonham Carter als ihre durchgeknallte, böse Schwester inszenierte James Bobin die heute beinahe in Vergessenheit geratene Fortsetzung des Klassikers „ALICE IM WUNDERLAND“ als opulent ausgestatteten Abenteuer-Film für die ganze Familie.
Der im Vorjahr verstorbene britische Schauspieler Alan Rickman ist im Original zudem in seiner letzten Rolle zu hören. Die Figuren des Wunderlandes spielen wie ein Chor in einer griechischen Tragödie mit Ausnahme des Hutmachers in diesem Film leider nur untergeordnete Rollen.
Die Autoren meistern grandios die Herausforderung, aus den losen Episoden der Vorlage eine stringente, gut getimte und runde Geschichte zu schmieden, die die viktorianische Zeit nur noch als Rahmen nutzt. Sie bedienen die Trends des modernen Kinos, Märchen neu zu interpretieren und Geschichten dramaturgisch wie ein Computerspiel aufzubauen, in dem die Heldin die Herausforderungen Stufe für Stufe meistert. Ihre Story bedient sich zudem eindrucksvoll aus den Mythen der Filmgeschichte. Einige Anspielungen auf das heute nur noch für Belustigung sorgende Frauenbild der Victorianischen Zeit sowie Siegmund Freud, an denen vorrangig das erwachsene Publikum seinen Spaß hat, runden die Story ab.
Bobin führt als Klammer eine Zeitreise für Alice ein. Hinter den Spiegeln erwartet sie eine bizarr-verrückte Welt, in der im Gegensatz zum strengen Gesellschaftskorsett des Viktorianischen Londons alles möglich scheint. Nur eines hat sich seit ihrem ersten Besuch verändert. Der Hutmacher ist in einem Meer der Traurigkeit versunken, nachdem er an den Verlust seiner Familie erinnert wurde.
Es gibt nur einen Ausweg. Alice muss die Chronosphäredes Zeitmeisters stehlen, um an Ort und Stelle herauszufinden, was damals geschehen ist. Eng verbunden mit der Familiengeschichte des Hutmachers ist das Schicksal der beiden Königinnen. Hier gibt der Film im Stile eines klassischen Disney-Familienfilms behutsam und unterschwellig Anstöße zum Nachdenken über Schuld, Sühne und Versöhnung.
Die Zeitreise von Alice führt zu Diskussionen über die Veränderbarkeit der Vergangenheit und die Folgen der Begegnung mit dem eigenen Ich, die nicht nur allen Fans der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie bekannt sind. Doch im Gegensatz zu Zemeckis Transportvisionen mit der Technik aus den 1980ern reist Alice mit den Teilen eines klassischen Uhrwerks vom Ende des 19. Jahrhunderts, das an H.G. Wells erinnert.
Auch die Synchronisation verdient ein Lob. Sie spielt mit den Dialogen und packt alle deutschen Sprichwörter zum Zeitbegriff in den Text. Dabei schafft sie sogar Gags, die es im Englischen so wahrscheinlich nicht geben kann – wenn sich etwa Alice wundert, dass die Zeit ein Er sei.