Zwischen Himmel und Eis

Kinostart: 26.11.15
VÖ-Datum: 01.04.16
2015
Filmplakat: Zwischen Himmel und Eis

FBW-Pressetext

Der bemerkenswerte Dokumentarfilm von Luc Jacquet erzählt über das Leben und Forschen des französischen Wissenschaftlers und Eisforschers Claude Lorius, der als Erster vor den Gefahren des Klimawandels warnte. Lorius, der ab 1957 an etlichen Expeditionen in die Antarktis teilnahm und später auch leitete, erzählt von seiner Leidenschaft für die gefährliche Schönheit des Ewigen Eises. Der Glaziologe entdeckte unter anderem als Erster, dass man anhand von Luftblasen in tiefen Eisschichten die klimatischen Bedingungen vergangener Jahrtausende präzise bestimmen kann. In wunderschönen, eindrucksvollen Bildern begleitet Regisseur Luc Jacquet den nun 83 Jahre alten Wissenschaftler in die Antarktis und lässt uns an dessen Erfahrungsschatz und unbändiger Leidenschaft für die Eisforschung teilhaben. Originalaufnahmen seiner Expeditionen geben eindringlich Zeugnis ab über den Pioniergeist der frühen Antarktisforscher, die, vom Wissensdurst getrieben, unvorstellbaren Entbehrungen und Kälte trotzten. Die Aufbruchsstimmung einer anderen Zeit weht durch die Bilder, von Erfahrungsdrang getrieben, unwissend, dass eben dieses Streben nach Fortschritt das Gleichgewicht des Klimas aus den Angeln hebt. Durch die emotionale musikalische Untermalung wird die filmische Reise durch Lorius‘ Leben und Werken unterstützt. Kommentiert wird das Ganze von Max Moor, der mit unaufdringlicher, angenehmer Stimme Geheimnisse aus der Vergangenheit preisgibt, die eingeschlossen in Eis und Schnee die Zeit überdauert haben. ZWISCHEN HIMMEL UND EIS ist das beeindruckende Porträt eines Pioniers, dessen Erkenntnisse dazu verhalfen, die drohende Klimakatastrophe zu erkennen. Es ist nun an uns, sie auch zu verhindern.

Filminfos

Gattung:Dokumentarfilm
Regie:Luc Jacquet
Darsteller:Claude Lorius; Michel Papineschi
Drehbuch:Luc Jacquet
Kamera:Stéphane Martin
Schnitt:Stéphane Mazalaigue
Musik:Cyrille Aufort
Länge:89 Minuten
Kinostart:26.11.2015
VÖ-Datum:01.04.2016
Verleih:Weltkino Filmverleih
Produktion: Eskwad, Wild-Touch;
FSK:0
Bildungseinsatz:filmsortiment.de;
BD EAN-Nummer:0888751794092
DVD EAN-Nummer:0888751793996
Anbieter-Link:weltkino.de

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Die erste Einstellung liefert ein prägnantes filmisches Bild, um die Richtung dieses Dokumentarfilms vorzugeben. Aus der Perspektive eines erwachsenen Menschen blicken wir auf einen vereisten Boden und immer größer werdend legt sich ein menschlicher Schatten darüber. In der Folge erzählt der Film, auf Archivaufnahmen zurückgreifend, von wissenschaftlichen Expeditionen in der Antarktis, die zu einem wachsenden Verständnis der Klimaentwicklung auf der Erde beigetragen haben. Außerdem erzählt der Film von einem Wissenschaftler, der maßgebend für die erbrachten Ergebnisse war, die, und das ist die dritte Bedeutung des ersten Filmbildes, beweisen, dass der neueste Klimawandel eine menschengemachte Tatsache ist.
Der Mensch, der für diesen Schatten steht, ist der französische Glaziologe Claude Lorius, der die Antarktis seit den 1950er Jahren wie kein anderer erforscht hat. Das bemerkenswerte Archivmaterial aus den 1950er bis in die 1990er Jahren zeigt seine und die Leistungen anderer Wissenschaftler, die nicht zuletzt darin bestehen, dass sie an die Grenze der körperlichen Leistungsfähigkeit gehen. Zugleich sehen wir auch die Entwicklung der Bedingungen wissenschaftlichen Arbeitens an diesem unwirtlichen Ort und wie sich Ausstattung und Technik über mehrere Jahrzehnte hinweg verbesserten. Aber vor allem ist der Film eine Hommage an Claude Lorius. So ist die Dramaturgie als Blick zurück auf ein bemerkenswertes Leben gestaltet. Die Archivaufnahmen werden ergänzt und strukturiert durch neu gedrehte Aufnahmen von Claude Lorius, die wie Porträtfotografien wirken. In einigen dieser Aufnahmen ist etwas zu deutlich die Absicht erkennbar, dem Film einen kinematographischen Appeal zu geben oder Lorius in einem Landschaftskontext zu stellen, so etwa, wenn er durch eine Kolonie Pinguine geht. Wie bereits in früheren Filmen Luc Jacquets ist auch die Musik teilweise ein wenig pathetisch. Die Kommentarstimme von Max Moor in der deutschen Fassung ist gut gewählt, gelingt es ihm doch, spannend zu erzählen, ohne die Bilder zu überlagern.
ZWISCHEN HIMMEL UND EIS ist das gelungene dokumentarische Porträt einer beeindruckenden Persönlichkeit und ein Plädoyer dafür, dass der Klimawandel keine Fiktion, sondern ein wissenschaftlich erwiesenes Faktum ist.