Wer früher stirbt, ist länger tot

Kinostart: 17.08.06
2006
Filmplakat: Wer früher stirbt, ist länger tot

Kurzbeschreibung

Ein elfjähriger Junge will unsterblich werden.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Kategorie:Arthouse
Gattung:Komödie
Regie:Marcus H. Rosenmüller
Darsteller:Jule Ronstedt; Markus Krojer; Fritz Karl
Drehbuch:Marcus H. Rosenmüller; Christian Lerch
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:101 Minuten
Kinostart:17.08.2006
Verleih:Movienet
Produktion: Roxy Film GmbH & Co. KG, BR; Roxy Film
FSK:6

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Auch wenn diese Filmgeschichte aus der Perspektive des achtjährigen Gastwirtssohns Sebastian erzählt wird, so ist dies kein Kinder- oder Jugendfilm, sondern eine überaus phantasievolle Komödie für Erwachsene mit skurrilen, ja teilweise absurden Ansätzen. Fast könnte Emir Kusturica Pate bei der Entstehung des Drehbuches gestanden haben. Der Ort ist ein kleines Dorf in Oberbayern, am Fuß des Wendelsteins - und Ort und Milieu sind in diesem Film nicht aufgesetzt, sondern plastisch-realistisch, prall wie die blühende Natur im Alpenvorland.
Weil Sebastians Mutter bei dessen Geburt gestorben ist, gibt ihm sein älterer Bruder eines Tages im Streit die Schuld an diesem Tod. Forthin quälen den kleinen Sebastian jede Nacht grauenhafte Alpträume über Fegefeuer und Sterben. Die unsinnige Ratschläge fürs Leben, die ihm die Stammtischbrüder im väterlichen Wirthaus unentwegt geben, versucht der naive Sebastian wortgetreu in die Tat umzusetzen. Wie aber, zum Beispiel, lassen sich „Leviten lesen“? Chaos ist angesagt, aberwitzige Situationen häufen sich, und Sebastian verstrickt sich immer mehr in Schuldgefühle, die seine Alpträume noch verstärken.

Diese „Schelmengeschichte mit Regionalcharakter“ löste bei einigen Mitstreitern in der Jury nicht gerade Begeisterung aus, aber das ist verständlich, zumal sprachliche Verständlichkeit und eine Reihe deftiger Grobheiten in Wort und Bild nicht jedermanns Geschmack sind. Dennoch auch von „Preußen“ gelobt wurden die gute Wahl für die Rolle des Sebastian und sein überzeugendes Spiel. Das gilt auch für die weiteren Kinder ebenso wie für die typengerechten Erwachsenenrollen. Eine gute Leistung wurden auch der Kamera und der Montage bescheinigt. Die rockige Begleitmusik ist erkennbar ein gewolltes und auch dramaturgisch überzeugend gestütztes Stilelement des Films, aber sie fand nicht bei allen Jurymitgliedern uneingeschränkte Zustimmung.
Aber es gilt festzuhalten: Für einen Erstlingsfilm ist dies eine erstaunlich rund gelungene Arbeit, nach einem reichen Drehbuch voller origineller Einfälle mit sicherer Hand inszeniert, und ein Schmunzel- und Lachstück für all diejenigen, die sich auf den Film gerne einlassen.