Was von draußen kommt

Filmplakat: Was von draußen kommt

FBW-Pressetext

Ben ist verwirrt, als sein großer Bruder Alex mitten in der Nacht in der Küche steht und wild in den Schubladen wühlt. Nur nach wiederholtem Nachfragen erzählt Alex Ben, was passiert ist. Er hat heimlich Vaters Auto genommen. Und damit ein Kaninchen überfahren. Das Tier lebt noch, aber beide wissen, dass es von seinen Leiden erlöst werden muss. Alex hadert jedoch, bringt es nicht über sich, das arme Tier zu töten. Auch Ben schreckt davor zurück. Doch einer der Brüder muss in dieser Nacht das Unvermeidliche tun. Und damit auch ein Stück Kindheit hinter sich lassen. Mit WAS VON DRAUSSEN KOMMT hat der Filmemacher Kai Gero Lenke seine eigene Kurzgeschichte über das Verhältnis zweier Brüder verfilmt, die durch eine Notsituation nicht nur selbst ein Stück Verantwortung übernehmen müssen, sondern innerhalb einer Nacht auch die Dynamik ihrer Beziehung untereinander neu ordnen. Wie auch die Geschichte konzentriert sich die exzellente Kamera auf die beiden Brüder, die von Marvin W. Jones und Nils Andre Brünnig glaubhaft verkörpert werden. Das Spiel mit Licht und Schatten sorgt für eine unheimliche und bedrohliche Atmosphäre, wodurch die gesamte Spielsituation noch zusätzlich symbolisch aufgeladen wird. WAS VON DRAUSSEN KOMMT überzeugt als Geschwisterdrama und atmosphärisch dichtes Kammerspiel zugleich.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Kurzfilm
Regie:Kai Gero Lenke
Darsteller:Marvin W. Jones; Nils Andre Brünnig
Drehbuch:Kai Gero Lenke
Kamera:Johannes Waltermann
Schnitt:Pernille Rivedal Hellevik; Kai Gero Lenke
Musik:Jan S. Beyer
Länge:11 Minuten
Produktion: Kai Gero Lenke
FSK:12
Förderer:BKM; Nordmedia

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Kai Gero Lenke gelingt es, von der ersten Einstellung seines Kurzfilms WAS VON DRAUßEN KOMMT an, eine unheilvolle, bedrückende Atmosphäre zu erzeugen. Es ist Nacht, draußen regnet es und ein Jugendlicher überrascht seinen älteren Bruder dabei, wie dieser in der Küche verdächtig herumhantiert. Es stellt sich heraus, dass er bei einer nächtlichen Spritztour mit dem Auto des Vaters ein Kaninchen überfahren hat, das noch lebt. Er verspricht, es zu töten, um es von seinem Leiden zu erlösen, doch der Jüngere findet heraus, dass er gelogen und sich vor der unangenehmen Aufgabe gedrückt hat. Er übernimmt die Verantwortung und macht so in dieser Nacht einen großen und prägenden Entwicklungssprung. Lenke erzählt diese kleine Coming-of-Age Geschichte mit großer Ernsthaftigkeit, die aber nie prätentiös wirkt. Stattdessen hat er eine Situation geschaffen, in denen junge Menschen existentielle Entscheidungen treffen müssen. Dafür hat er die passenden filmischen Mittel gefunden und souverän umgesetzt. Dies gilt sowohl für die Drehorte, Lichtsetzung, Kamera und Montage wie auch für die Auswahl und Führung der Schauspieler. Alles ist aus einem Guss und so kann dem Film das Prädikat „besonders wertvoll“ verliehen werden.