Waltz With Bashir

Kinostart: 06.11.08
VÖ-Datum: 22.05.09
2008
Filmplakat: Waltz With Bashir

FBW-Pressetext

In diesem animierten Dokumentarfilm geht Regisseur Ari Folman seinen eigenen, größtenteils verdrängten Erinnerungen aus der Zeit des ersten Libanonkrieges nach. Seine Gespräche mit Kriegskameraden, mit alten Freunden und Psychotherapeuten führen dem Publikum den Krieg mit seiner unglaublichen Grausamkeit und Absurdität vor Augen. Dabei gelingt ihm insbesondere durch die kunstvolle Art der Illustration, die reale Momente mit surrealen zusammen bringt, zwischen grotesken Schreckensbildern und Heftchenromantik wechselt, eine apokalyptische Bilderwelt von größter Intensität und suggestiver Kraft zu schaffen. Herausragend auch der eindringliche Soundtrack. Ein faszinierender und wichtiger Film.

Filminfos

Kategorie:Arthouse
Gattung:Animationsfilm; Drama; Spielfilm; Kriegsfilm
Regie:Ari Folman
Drehbuch:Ari Folman
Webseite:waltzwithbashir.com;
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:90 Minuten
Kinostart:06.11.2008
VÖ-Datum:22.05.2009
Verleih:Pandora
Produktion: Pandora Film GmbH & Co. Verleih KG, Bridget Folman Film Gang, Les Films d'Ici, Razor Film
FSK:16
Förderer:MBB

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Lange galt Waltz With Bashir im diesjährigen Festival zu Cannes als Favorit. Auch wenn sich am Ende die Hoffnung auf die „Goldene Palme“ nicht erfüllte, Ari Folman ist ein ungewöhnlicher, ein erschütternder und faszinierender Film gelungen - ein Film zumal mit einem wesentlichen politischen Diskurs.

Waltz With Bashir setzt ein mit einer grandiosen Eingangssequenz. Eine wilde Hundemeute (26 an der Zahl) jagt durch die Straßen und rottet sich vor dem Haus von Boaz, Freund des Regisseurs, zusammen. Ein Albtraum, den Boaz dem Freund erzählt („Solche Träume kommen nicht von ungefähr“) und der uns direkt in das verstörende Universum von Waltz With Bashir führt.

Ari Folman reflektiert eines der heikelsten Themen der jüngeren israelischen Geschichte: den Libanonkrieg des Jahres 1982 und die Massaker von Sabra und Shatila. 3000 Männer, Frauen und Kinder wurden damals in den palästinensischen Flüchtlingslagern ermodert – unter Duldung der israelischen Armee. Folman stellt sich in einer Art Selbsttherapie (das Etikett „freudianischer Film“ für Waltz With Bashir ist keineswegs abwegig) seinen eigenen verdrängten Erinnerungen, spricht mit Freunden seiner Generation über ähnliche Erfahrungen – in einer intensiven Kollage von Erinnerungen, Wach- und Albträumen.

Das traumatische Puzzle übt seine Suggestion auch durch die ungewöhnliche Form aus. Protagonisten und Zuschauer sehen sich mit einer apokalyptischen Bilderwelt konfrontiert, die stark an Goyas Caprichos erinnert, auch an die Kriegsgrafik eines Otto Dix oder George Grosz (die Illustrationen stammen von dem israelischen Kinderbuchautor David Polonsky). Natürlich weckt Waltz With Bashir auch Assoziationen an Persepolis.

Ari Folmans Parabel auf kollektive Amnesie geht cinéastisches Neuland in seiner Synthese dokumentarischer Elemente mit dem subjektiven animierten Bilderwelten, die erst im Finale in die dokumentaren Realaufnahmen der Massakeropfer übergehen.