Vorstadtkrokodile

Kinostart: 26.03.09
VÖ-Datum: 15.10.09
2009
Filmplakat: Vorstadtkrokodile

FBW-Pressetext

Die Jugendbande der Vorstadtkrokodile hat viele neue Anwärter, so den jungen Hannes und den im Rollstuhl sitzenden Kai. Doch ausgerechnet jetzt wird die Clique in einen kniffeligen Fall um eine Einbruchsserie verwickelt, die für die Kids zur Mutprobe der besonderen Art wird. Diese zweite Verfilmung der gleichnamigen Buchvorlage aus den 70ern modernisiert die immer noch aktuelle Geschichte über soziale Problematiken, von der Ausgrenzung von Behinderten und Immigranten bis zu häuslicher Gewalt und Armut. Auch die filmischen Mittel überzeugen mit einem eingängigen Soundtrack, jugendgemäße Sprache, abwechslungsreichen Settings und einer Kamera, die bei allen gefährlichen Unternehmungen den jungen Helden dicht auf den Fersen bleibt. Ein wunderbares Plädoyer für soziale Kompetenz und Solidarität, das nicht mit erhobenem Zeigefinger mahnt, sondern mit viel Spaß und rasantem Tempo auftrumpft. Eine Krimistory mit echtem Biss.

Filminfos

Gattung:Spielfilm; Abenteuerfilm; Kinder-/Jugendfilm
Regie:Christian Ditter
Darsteller:Nick Romeo Reimann; Fabian Halbig; Manuel Steitz; Leonie Tepe
Drehbuch:Christian Ditter; Martin Ritzenhoff
Weblinks:kinderfilmwelt.de; filmsortiment.de;
Länge:97 Minuten
Kinostart:26.03.2009
VÖ-Datum:15.10.2009
Verleih:Constantin Film Verleih GmbH
Produktion: Constantin Film Produktion GmbH, Westside Filmproduktion, Rat Pack Filmproduktion
FSK:6
Bildungseinsatz:matthias-film.de;
Förderer:FFA; FFF Bayern; Filmstiftung NRW; DFFF
DVD EAN-Nummer:4011976857860
Anbieter-Link:paramount.de
DVD Extras: Audiokommentar, Entfallene und erweiterte Szenen, Outtakes, Making of, Interviews, Behind the Scenes, Musikvideo, Casting, Bildergalerie

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Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

In der Diskussion gelangte die Jury zu der Auffassung, dass der Film Vorstadtkrokodile tatsächlich sehr gut auf Kinder ausgerichtet ist und dass darin eine seiner großen Stärken besteht, die durch allzu differenziert angelegte Erwachsenenrollen nicht vergrößert, sondern ggf. vermindert worden wäre. Darüber hinaus ist es gelungen, durchgängige Spannungsbögen zu schlagen und das Tempo des Films moderat zu variieren. Furiose Beschleunigungen (z. B. die Flucht in der Einkaufspassage) wechseln mit ruhigen Einstellungen (Hannes betrachtet Fotos, die Kai vor seinem Unfall zeigen).

Die einzelnen Kinder der Bande sind fest in ihren sozialen Kontexten verankert, ihre Dialoge wirken authentisch, die Spielweise ist vital und glaubhaft. Insbesondere ist dem Film zugute zu halten, dass auch herbe Problemlagen und unlösbare (bzw. nicht kurzfristig im Rahmen der Filmhandlung lösbare) Konflikte angemessen dargestellt werden. Latent vorhandene Mechanismen der Diskriminierung und Ausgrenzung werden keineswegs verleugnet und komplizierte bzw. komplexe Fragen werden nicht auf infantile Weise verharmlosend oder beschönigend behandelt. Beispielsweise wird der Loyalitätskonflikt, in den Frank gegenüber seinem Bruder Dennis gerät, gut ausgespielt.

Musik und Bilder, die Stimmen und Gesichter der Protagonisten und die Wortwechsel sind sehr wirkungsmächtig, regen die Fantasie an und rufen genau jene Affekte hervor, die man sich von großartigen Kinoerlebnissen verspricht. Bemängelt wurden von der Jury letztlich nur wenige Kleinigkeiten, beispielsweise ist nicht ganz plausibel, warum die alte Ziegelei, die den Vorstadtkrokodilen schon vorher bekannt war und als Ort für ihre Mutproben diente, nochmals wie unbekanntes Terrain systematisch mit Suchtrupps erkundet werden musste.

Insgesamt wurde der Film als sehr gelungen und außerordentlich vielversprechend eingeschätzt. Junge und ältere Besucher dürfen diesem Kinovergnügen mit Vorfreude und Neugierde entgegensehen. Die Vorstadtkrokodile haben das Prädikat besonders wertvoll ganz eindeutig verdient.