Filmplakat: Veronika

FBW-Pressetext

Als Veronika noch ein Kind war, wurde ihr von Ärzten ein IQ von Null bescheinigt. Ihre spastische Behinderung und ihr Autismus halten sie davon ab, sich „normal“ in ihrem Alltag zu bewegen und zu verständigen. Doch Veronika ist eine kluge, kreative junge Frau, die einen eigenen Weg findet. Ihre selbst verfassten Geschichten lässt sie durch andere aufschreiben und erzählen. Mark Michel hat Veronika zuhause besucht und ihren Alltag beobachtet. Ihre symbolisch-sinnlichen Erzählungen werden untermalt von der wunderschönen und märchenhaften Sandkunst von Anne Löper, die genau die richtigen Stimmungsbilder für Veronikas Worte findet. Ein würdevolles Portrait einer außergewöhnlichen und starken jungen Frau.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Dokumentarfilm; Kurzfilm
Regie:Mark Michel
Darsteller:Veronika Raila; Petra Raila; Christin Zenker
Drehbuch:Mark Michel
Kamera:Mark Michel
Schnitt:Mark Michel
Musik:Wieland Reissmann; Ron Baines/Jay North; Gioacchino Rossini
Webseite:markmichel.de;
Länge:6 Minuten
Kontakt:markmichel@web.de
Produktion: Mark Michel
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Die 19jährige Veronika ist nicht nur sehr schwer behindert und an den Rollstuhl gefesselt, sondern leidet auch an Autismus. Sie spricht nicht, aber dieses außergewöhnliche Mädchen schreibt stattdessen. Mit Hilfe ihrer Mutter hat sie ihre Gedanken, Eindrücke und Empfindungen als schwer behinderter Mensch aufgeschrieben und diese autobiografischen Berichte als Buch veröffentlicht. Ihre Gefühle werden widergespiegelt in einem ästhetisch wunderschönen Spiel mit Sand, der von einer Künstlerin zu Figuren und Landschaften, zu Symbolen und damit zu überzeugenden Manifestationen des Innenlebens von Veronika immer wieder neu zusammen geformt wird. Diese Bilder und Formen aus Sand verleihen den Worten der jungen Veronika, die von einer Sprecherin vorgetragen werden, noch eine zusätzliche Tiefe und Bedeutung. Das ist faszinierend zu beobachten. Beeindruckend auch, wie behutsam die Kamera mit der eigentlichen Protagonistin Veronika umgeht, deren Leiden nicht sentimental oder gar pathetisch in den Vordergrund gerückt werden. Im Gegenteil – hier werden Vorurteile abgebaut und die junge Frau als „vollwertiger“ Mensch mit einem erfüllten Leben gezeigt, die dank ihrer Gabe, sich den Mitmenschen durch ihre Prosa mitzuteilen, so auch am Leben der anderen selbst teilnehmen kann. Diese gelungene Dokumentation des Lebens einer Behinderten auf zwei Ebenen, einmal mit Hilfe von Texten (vor allem mit den Zitaten von Veronika) und zum anderen durch die animierte Sandkunst, hat den Bewertungsausschuss bewegt, diesem Film das höchste Prädikat zu verleihen.