Trial & Error

Filmplakat: Trial & Error

FBW-Pressetext

Er schaut auf seine Jacke. Der Knopf ist ab. Das sieht nicht gut aus. Ein neuer Knopf ist aber so schnell nicht zur Hand. Also müssen alternative Ideen gefunden werden. Damit hat er gar keine Probleme, immerhin ist er sehr begabt, wenn es darum geht, ab und zu mal um die Ecke zu denken. Aber es soll ja auch am Ende gut aussehen. Gar nicht so einfach, wenn man alles perfekt haben will. In ihrem fünfminütigen Kurzfilm trifft die Animationsregisseurin Antje Heyn genau den richtigen Ton. Mit feinem britischen Akzent trägt der Sprecher Alexis Krüger die Gedanken des etwas konfus und doch sehr entschlossen wirkenden Mannes vor, der sich hier zum Haushaltsbastler per excellence entwickelt. Das Gesicht des Mannes sieht der Zuschauer nie, und doch gelingt es dem Film, Gefühle und Gedanken förmlich sichtbar zu gestalten. Das gewählte Mittel ist die Zeichnung. In feiner Handarbeit werden die Objekte animiert, was zu dem Gefühl der Nostalgie und Wärme beiträgt. Viele witzige und auch überraschende Einfälle vereinen sich in TRIAL & ERROR zu einem sehr runden und unterhaltsamen Kurzfilmvergnügen, bis hin zu dem wundervollen Schluss, der jeden Betrachter gerührt lächelnd zurücklassen wird. Ein bezauberndes Kurzfilmjuwel.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kurzfilm
Regie:Antje Heyn
Drehbuch:Alexander Isert; Antje Heyn
Musik:Peer Kleinschmidt
Länge:5 Minuten
Kontakt:info@protoplanet-studio.de
Produktion: Protoplanet Studio Antje Heyn
Förderer:FFA; BKM

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Da fehlt ein Knopf am Hemd. Mehr Information braucht Antje Heyn nicht, um ihre kleine Geschichte zu erzählen, und diesem minimalistischen Ansatz entspricht auch die Form der Animation, die sehr reduziert, dafür aber umso effektiver ist. Vom Helden des Films sieht man nur den Oberkörper – auch das eine Herausforderung, die Heyn souverän meistert. Sie arbeitet sehr geschickt mit der Tonspur, die vor allem aus einem sehr komischen Monolog des Protagonisten besteht. Es mag ganz pragmatische Gründe dafür geben, dass der Text in Englisch eingesprochen wurde, aber so passt er auch ideal zu dem skurril, verschobenen Witz des Films. Auf der Suche nach einem Ersatz für den abgerissenen Knopf werden verschiedene, immer seltsamere Lösungen ausprobiert und wieder verworfen. Klammern, ein Vogel, sogar ein Vogelhäuschen – bis schließlich dann doch der genau passende Knopf gefunden wird, doch der gehört schon zu einem alten Freund aus Kindertagen. Heyn erzählt mit einem zärtlichen Witz, schweift dabei auch ein wenig ab und berichtet vom traurigen Schicksal einer perfektionistischen Tante, die mit ihrem Hund ewig an einer Haltestelle auf dem Kantstein sitzt, weil kein Mann gut genug für sie ist. Zu der hintersinnigen, nur scheinbar naiven Geschichte passt auch der einfache Strich der Animation. TRIAL & ERROR überrascht ständig durch seinen trockenen Humor und die verspielten Bildfindungen. Die Jury versetzte er in eine so gute Laune, dass sie gar nicht anders konnte, als ihn mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ zu bewerten.