The Voice of God

Filmplakat: The Voice of God

Kurzbeschreibung

Ein melodramatisches Doku-Drama in Stop-Motion- und Langzeit-Exposition.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Experimentalfilm; Kurzfilm
Regie:Bernd Lützeler
Drehbuch:Bernd Lützeler
Kamera:Bernd Lützeler
Schnitt:Bernd Lützeler
Webseite:nomasala.com;
Länge:9 Minuten
Kontakt:filmi@gmx.de
Produktion: Nomasala Films Bernd Lützeler

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Die FBW-Jury hat dem Film das Prädikat wertvoll erteilt.

Bilder und Töne aus Bombay werden hier zu einer faszinierend verrätselten Mischung zusammengefügt. Jede Einstellung wurde durch Zeitraffer, Wiederholung, Überbelichtung, Stop-Motion und andere Mittel der Postproduktion verfremdet, während auf der Tonebene die offensichtlich professionell ausgebildete Stimme eines Sprechers Texte in Hindi rezitiert, die ohne Untertitel für ein nichtindisches Publikum völlig unverständlich bleiben. So wird die Stimme eher wie ein Instrument eingesetzt, das zugleich die Atmosphäre und Fremdheit der indischen Stadt ausdrücken soll. Das auf Super 16mm und Super 8mm gedreht Filmmaterial wirkt durch die Bearbeitung noch mysteriöser und man merkt auch, dass Bernd Lützeler nur mit analogen Techniken arbeitete, denn auch der Widerstand des Materials gegen seine Manipulationen ist spürbar. Zeitrafferaufnahmen von Straßenverkehr in Metropolen sind zwar seit dem Film KOYAANISQUATSI ein stilistisches Klischee geworden, aber in diesem Film wird die Flut des Verkehrs ja zu einer braunen, flüssig wirkenden Woge. Beeindruckend ist auch die Kollage der Warnung vor Bombenanschlägen mit Aufnahmen von leeren Koffern, Kisten und anderen Behältnissen, die im von einem Terroranschlag betroffenen Bombay beunruhigende Assoziationen auslösen. Die Stadt wird hier als Moloch gezeigt. Die ein Fest feiernden Menschenmassen am Strand und auch die spielenden Kinder strahlen eine manische Nervosität aus und als einzige Inneneinsicht bietet die wiederholt eingeschnittene Aufnahme von einer Inderin, die auf einem Hotelbett sitzt, zwar einen rhythmischen Ruhepol, aber keine positive Auflösung, denn auch sie wirkt, als wäre sie eine Gefangene der Stadt. Der Film verweigert jede eindeutige Leseart und will verstören. Dabei sind einige eindrucksvolle Stadtimpressionen gelungen.