The Disaster Artist

Kinostart: 01.02.18
2017
Filmplakat: The Disaster Artist

FBW-Pressetext

Hinreißend gespielte und vielschichtig inszenierte Komödie von und mit James Franco über einen der besten schlechtesten Filme aller Zeiten – und den Mann, der die Vision dazu hatte.

Greg träumt davon, Schauspieler zu werden. Seine Schauspiellehrerin ist jedoch der Meinung, ihm fehle Talent. Er selbst denkt, ihm fehlen nur die richtigen Kontakte. Dies ändert sich, als Greg auf Tommy Wiseau trifft. Tommy ist definitiv etwas Besonderes. Er ist exzentrisch, spricht seltsam, hat große Visionen – und sieht in Greg enormes schauspielerisches Potenzial. So reisen die Beiden zusammen nach Los Angeles, wo Tommy beschließt, dass seine große Vision nun auch endlich auf die große Leinwand gehört. Also schreibt er ein Drehbuch. Für sich und Greg. Um es zu verfilmen, kauft er das komplette Filmequipment, einschließlich Set und Crew. Woher Tommy das Geld dafür hat, erfährt keiner, ebenso wenig wie alt er ist oder woher er eigentlich kommt. Schon bald gerät der Dreh zur absoluten Katastrophe. Doch Tommy geht unbeirrt seinen Weg. Denn am Ende zählt ja sowieso nur eines: die Vision. Im Jahr 2003 feierte Tommy Wiseaus Film „The Room“ seine Premiere und nahm am ersten Startwochenende unter 2000 Dollar ein. Für Filmkritiker gilt der Film als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten – und doch rangiert „The Room“ heute als Kultfilm dicht hinter „The Rocky Horror Picture Show“. THE DISASTER ARTIST von Regisseur und Hauptdarsteller James Franco ist gleichzeitig eine Hommage an Tommy Wiseau, seine exzentrischen Spleens und natürlich an sein Werk. Doch es ist auch eine inspiriert geschriebene und mit pointiertem Timing inszenierte Komödie über Hollywood selbst. James Franco nimmt Tommy stets ernst und gibt die Figur, die er zum Verwechseln genau auf den Punkt darstellt, nie der Lächerlichkeit preis. Denn hinter der unbekümmerten Fassade blitzt auch immer ein Gefühl des Missverstandenseins hervor, welches Tommy an den Rand der Gesellschaft stellt und der Figur neben all den komischen Momenten auch eine tragisch-ernsthafte Tiefe verleiht. James Franco zur Seite steht ein phänomenaler Cast, allen voran Dave Franco als enthusiastischer und aufstrebender Schauspieler, der immer wieder in Konflikt gerät zwischen seiner Loyalität zu Tommy und der Erkenntnis, dass Tommy nicht nur eine große Vision, sondern auch eine große Selbstüberschätzung sein eigen nennt. Und wenn die Beiden am Ende bei der Premiere nebeneinander im Publikum sitzen, dann hat der Film nicht nur die Geschichte eines genial gescheiterten Films erzählt, sondern auch die berührend-inspirierende Geschichte einer tiefen Freundschaft.

Filminfos

Gattung:Drama; Komödie; Spielfilm
Regie:James Franco
Darsteller:James Franco; Dave Franco; Seth Rogen; Josh Hutcherson; Ari Graynor; Jacki Weaver; Hannibal Buress; Andrew Santino; Kate Upton; Alison Brie; Sharon Stone; Bryan Cranston
Drehbuch:Michael Weber; Scott Neustadter
Buchvorlage:Greg Sestero; Tom Bissell
Kamera:Brandon Trost
Schnitt:Stacey Schroeder
Musik:Dave Porter
Länge:104 Minuten
Kinostart:01.02.2018
Verleih:Warner
Produktion: New Line Cinema, Good Universe; Point Grey Pictures; RabbitBandini Productions; Ramona Films; RatPac-Dune Entertainment;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

THE DISASTER ARTIST ist ein sehr guter Film über einen sehr schlechten Film. THE ROOM von Tommy Wiseau gilt als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten und James Franco ist es gelungen, die Geschichte seiner Entstehung ohne jede Häme zu erzählen. Er zeigt, wie inkompetent Wieseau als Regisseur, Hauptdarsteller, Drehbuchschreiber, Produzent und Finanzier des Films agierte, und auf dieser Ebene ist der Film komisch, aber Franco gelingt es auch, deutlich zu machen, dass die Protagonisten, die Schauspieler und die Crew das Filmhandwerk mit viel Liebe betreiben, und so ist es auch berührend, wenn sie dies so absolut fehlgeleitet tun. „Der schlimmste Tag an einem Filmset ist besser als der beste Tag, ohne an einem Filmset zu sein“ sagt eine Schauspielerin in einer Szene und dies ist einer der Schlüsselsätze von THE DISASTER ARTIST. Den Kern der Erzählung bildet die Freundschaft zwischen Wiseau und dem Schauspieler Greg Sestero, denn im Grunde ist der ganze Film ein Freundschaftsbeweis der beiden zu einander. Und die Brüder Franco spielen die beiden mit einer anrührenden Mischung aus Naivität, Unschuld und Tatkraft, zu der bei Wiseau noch eine große Portion Größenwahn dazukommt. Die Drehbuchautoren haben offensichtlich intensiv und nuanciert daran gearbeitet, der Geschichte gerecht zu werden, und sie immer in einer feinen Balance zwischen komisch und traurig zu halten. Und spätestens im Abspann, wenn einige Originalsequenzen synchron zu ihren nachinszenierten „Zwillingen“ laufen, sieht man, wie virtuos (von kongenial kann man hier wohl nicht sprechen) James Franco THE ROOM kopiert hat.