Shrek der Dritte

Kinostart: 21.06.07
2007
Filmplakat: Shrek der Dritte

FBW-Pressetext

Die Fortsetzung der Fortsetzung der Originalgeschichte übertrifft mit ihrem nahezu überbordenden Ideenreichtum und hohem technischen Standard locker die eingeschränkten Erwartungen gegenüber Sequels. Hier wird tatsächlich Neues geboten, zusätzliches Personal eingeführt und das alte selbstironisch durch den Kakao gezogen. Der respektlosen, reich mit Zitaten gespickten Märchenpersiflage gelingt es, viele Alters- und Zuschauergruppen auf unterschiedlichstem Niveau anzusprechen und zu unterhalten. Ein echter Familienfilm, der sogar beim zweiten Sehen noch Überraschungen und Details bereit hält – etwa das Schnuller-Tattoo auf dem Oberarm von Rumpelstilzchen.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm
Regie:Andrew Adamson
Drehbuch:Jeffrey Price
Weblinks:kinderfilmwelt.de; filmsortiment.de;
Länge:93 Minuten
Kinostart:21.06.2007
Verleih:Universal
Produktion: DreamWorks Animation, Pacific Data Images-PDI; Redwood City;

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Die US-Filmemacher von DreamWorks schicken ihren ungeheuer erfolgreichen Oger in „Shrek der Dritte“ in eine neue Mission. Das Königreich „Weit, Weit Weg“ braucht einen Thronerben, weil Froschkönig Harold gestorben ist. Da Shrek selbst regierungsunwillig ist, macht er sich auf die Suche nach dem Cousin seiner Frau Fiona.

Dem Film gelingt es über weite Strecken, die eingeschränkten Erwartungen gegenüber Sequels zu übertreffen. Der neue Regisseur Chris Miller setzt dabei nicht nur auf das altbekannte Personal, sondern führt neue Charaktere ein und zieht sie alle auch gleich liebevoll durch den Kakao. Dabei bedient er sich mit dem verzogenen Studenten Art, dem altersdementen Zauberer Merlin und dem kampfwütigen, aber intellektuell unterbelichteten Lancelot bei Protagonisten aus der Artus-Sage. Auch Figuren aus der Märchenwelt werden erneut ironisch zitiert und in neuen Zusammenhängen präsentiert - wie etwa die zickige Girl-Gang aus Schneewittchen, Rapunzel und Dornröschen oder die Bande der ewigen Verlierer aus Captain Hook, Gepetto und Polyphem. Durch die Aufführung eines „Musicals“ erhält der Film am Schluss auch noch eine fiktionale Metaebene.

Selbstironisch wird es, wenn der ursprünglich einmal als Außenseiter gestartete Shrek sich wegen seiner mittlerweile arrivierten Stellung am Königshof selbst nicht mehr leiden kann und sich zurück in den Sumpf wünscht, um dort mit Fiona die Familienplanung in die Tat umzusetzen.

Der Film bietet sowohl jugendlichen als auch erwachsenen Zuschauern ein großes Unterhaltungsangebot, lässt sich sowohl als reiner Abenteuerfilm als auch als ein mit Zitaten gespickter Gang durch die Filmgeschichte sehen - Douglas Fairbanks und „Rosemary’s Baby“ sowie „Switch“ lassen grüßen. All dies geschieht liebevoll bis in die Details: Rumpelstilzchen zum Beispiel, das es im Original-Märchen nie schaffte, das ihm versprochene Neugeborene zu erringen, trägt ein Schnuller-Tattoo auf dem Arm.

Der Animationsfilm präsentiert CGI-Technik auf höchstem Niveau, was man besonders an der Darstellung von Wasseroberflächen und Haaren erkennen kann. Abgerundet wird er durch den originellen und vielfältigen Einsatz von Musik sowie Zitaten aus der Werbewelt.

Weil es dem Film als Fortsetzung der Fortsetzung der Originalgeschichte mit einem nahezu überbordenden Ideenreichtum und hohem technischen Standard gelingt, viele Alters- und Zuschauergruppen auf unterschiedlichstem Niveau anzusprechen und zu unterhalten, erhält er trotz einiger Schwächen im Spannungsaufbau das Prädikat „Besonders wertvoll“.