Sharaf

Kurzbeschreibung

Der junge Deutsch-Afghane Hamit steht vor der schwierigsten Entscheidung seines
Lebens: Soll er den geforderten Ehrenmord an seinem schwulen Bruder Beshad durchführen oder dessen Lebensentwurf akzeptieren und sich gegen die eigene Familie auflehnen?
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Kurzfilm
Regie:Jim Naby; Lasse Nitz
Darsteller:Arman Kaschmiri; Birol Ünel; Justus Ritter; Diyar Khan; Atilla Oener
Drehbuch:Jim Naby
Kamera:Julian Müller-Scheffsky
Schnitt:Lasse Nitz
Musik:Ines Priska
Länge:17 Minuten
Kontakt:faysal@miko-film.de
Produktion: miko film GmbH Faysal Omer
Förderer:KJDF

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Immer wieder geraten Ehrenmorde in die Schlagzeilen, doch fast immer sind junge Frauen die Opfer. Von Männern, die aus einem falsch verstandenen Begriff von Ehre getötet werden, liest man kaum. In SHARAF von Jim Naby und Lasse Nitz ist das anders: Hier ist es ein junger aus Afghanistan stammender Mann, der wegen seiner Homosexualität seine Familie verlassen hat und der deshalb nach dem Willen des Vaters und eines Bruders den Tod verdient hat. Doch nicht die beiden Männern sollen die Tat verüben, sondern ausgerechnet der noch nicht strafmündige 13 Jahre alte Hamit, der unter der Last der Erwartungen beinahe zusammenbricht.

Beeindruckend an SHARAF ist vor allem die Leistung des jungen Hamit-Darstellers , der seine erwachsenen Kollegen (unter ihnen Birol Üner, bekannt aus Fatih Akins GEGEN DIE WAND) locker an die Wand spielt. Ambivalenter ist hingegen der Eindruck, der sich insbesondere aus den Dialogen ergibt. Für einen Teil der Jury wirkten diese zu isoliert und zu wenig aufeinander Bezug nehmend, für einen anderen Teil lag gerade darin eine weitere Qualität des Filmes, weil diese auf den ersten Blick vielleicht ungelenk erscheinende Art und Weise der Inszenierung zugleich die Sprachlosigkeit und Entfremdung innerhalb des rein männlich geprägten Familienverbundes kongenial widerspiegelt.

Die Fremdheit und Tristesse der Geschichte wird auch mittels der Farbgebung illustriert: Den Bildern scheint jede Lebendigkeit abhandengekommen zu sein, entsättigt und dadurch ihrer Kontraste beraubt verdeutlichen sie das Dilemma und die ethischen Grauzonen, in denen sich die Story und ihr kleiner Protagonist bewegen, der sich zwischen Gehorsam und seinem eigenen moralischen Empfinden entscheiden muss.