Rudolf, der schwarze Kater

VÖ-Datum: 04.12.17
2016
Filmplakat: Rudolf, der schwarze Kater

FBW-Pressetext

Rudolf ist ein kleiner schwarzer Kater, der ein sehr behütetes Leben als Hauskatze führt. Doch immer wenn sein Frauchen weggeht, fühlt sich Rudolf einsam und ausgeschlossen von all den aufregenden Dingen, die da draußen in der Welt passieren. Als eines Tages die Gartentüre einen kleinen Spalt offen steht, nutzt Rudolf, von Abenteuerlust gepackt, die Gelegenheit und schlüpft nach draußen. Doch die Welt außerhalb seiner gemütlichen vier Wände ist beängstigender als er gedacht hat. Und ehe er es sich versieht, landet Rudolf im weit entfernten Tokio. Erst als ein großer starker streunender Kater auftaucht, fühlt er sich wieder sicher. Der Streuner nimmt Rudolf unter seine Fittiche und nun beginnt für den kleinen Kater ein aufregendes Abenteuer, bei dem er auch eine Menge über sich selbst herausfindet. Der japanische Animationsfilm RUDOLF DER SCHWARZE KATER ist wie gemacht für die jüngsten Filmfans, die sich mit dem kleinen Helden Rudolf, der immer noch eine Menge zu lernen hat, aber mit großen offenen Augen durch die Welt geht, identifizieren können. Es ist stets seine Perspektive, die der Film einnimmt. Und so mag einiges groß und bedrohlich wirken, was sich dann doch später als ganz freundlich darstellt. Die langen und dynamischen Kamerafahrten sorgen für zusätzliche Spannung, doch immer wieder kehrt der Film auch zu ruhigen und besinnlichen Momenten zurück, die den kleinen Zuschauern die Zeit geben, über das Gesehene und Gehörte zu reflektieren. So kann sich auch die positive Botschaft des Films vermitteln, die besagt, dass man auch ein Held sein kann, wenn man noch ganz klein ist. Und dass man überall neue Freunde treffen kann, mit denen man zusammen jedes Abenteuer meistern kann. RUDOLF, DER SCHWARZ KATER ist gelungene Unterhaltung für die Kleinsten, die dem kleinen frechen Kater gerne auf seinem Abenteuer auf der Leinwand begleiten.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kinderfilm
Regie:Kunihiko Yuyama; Mikinori Sakakibara
Drehbuch:Yôichi Katô
Buchvorlage:Hiroshi Saitô; Hanmo Sugiura
Musik:Naoki Satô
Webseite:rudolf-ippaiattena.com;
Länge:89 Minuten
VÖ-Datum:04.12.2017
Verleih:KSM
Produktion: Bandai Visual Co., Ltd., Chukyo TV Broadcasting Company (CTV); D.N. Dream Partners; Dentsu; Fukuoka Broadcasting System (FBS); Hiroshima Telecasting (HTV); Horipro;

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Rudolf ist ein kleiner schwarzer Kater aus Gifu, der nicht viel mehr von der Welt kennt als das Haus und den Garten seiner Besitzerin Riè. Aber Rudolf will mehr von der Welt sehen und folgt seiner Herrin auf die Straße. Als er sich im Verkehrsgetümmel verläuft, landet er unversehens in einem LKW, der ihn ins 400 Kilometer entfernte Tokio bringt. Dort lernt er den erfahrenen Straßenkater „Gibtsviele“ kennen. Der nimmt Rudolf unter seine Fittiche und zeigt ihm etwas, was eigentlich keine Katze beherrscht: das Lesen und Schreiben. Gibtsviele ist gebildet und weil sich das im Alltag als so unschlagbarer Vorteil erweist, beschließt auch Rudolf, die Schulbank zu drücken, um irgendwann zurück zu finden zu seiner Herrin in Gifu.
Die Story mag an Filme wie FINDET NEMO oder PETS erinnern, aber RUDOLF DER SCHWARZE KATER ist ein eigenständiges Werk mit klarer pädagogischer Position. In der Diskussion zeigte sich die Jury begeistert von der Eigenständigkeit der Animation, die sich klar von den dominierenden Pixar- und Dreamworks-Figuren abgrenzen. RUDOLF DER SCHWARZE KATER ist japanisch und so wirkt auch die Ästhetik des Films. Ob Risse im Asphalt oder fallendes Laub: die Animateure haben viel Wert auf Details und Beiwerk gelegt. Das schafft Stimmung und Nähe, besonders aus der eingenommenen, kindlichen Perspektive. Denn der Zuschauer folgt dem kleinen Rudolf Schritt für Schritt in Kinder- bzw. Katzenhöhe. Dieser Blickwinkel, so glaubt die Jury, bietet auch Erwachsenen die Möglichkeit, die Umwelt völlig neu zu erleben. Obgleich sich Handlung und auch Design definitiv an die jüngsten Zuschauer richten.
Ganz praktisch erfährt Rudolf, wie viel einfacher es ist, sich in fremder Umgebung zurecht zu finden, wenn man lesen kann. Das ist eine Botschaft, die besonders bei Kindern im Vorschulalter gut ankommt und eine gewisse Vorfreude auf die Schule erzeugen kann. Aber natürlich hat Rudolf auch Rückschläge zu beklagen. Sein Lehrmeister Gibtsviele unterstützt ihn, wo er nur kann. Mit Aperçus, wie „man muss einen Traum haben“ und „Verzweiflung ist die Antwort der Dummen“ will er Rudolf durchs Leben geleiten. Letzten Endes aber ist es der kleine Kater selbst, der entscheiden muss, ob er durchhalten oder aufgeben will.
Natürlich gibt es auch ein wenig Action in RUDOLF DER SCHWARZE KATER. Insbesondere dann, wenn Gibtsvieles Erzrivale, der Hund Devil, ins Spiel kommt, wird es wirklich spannend. Allerdings, so glaubt die Jury, demonstriert der Film auch hier, dass er weiß, was altersgerechte Unterhaltung sollte und was nicht. Letztlich kommt es darauf an, als Freunde zusammenzuhalten. Noch eine Weisheit, die der Film ohne große Sentimentalität vermitteln kann.
Insgesamt hat der Jury der ruhige Duktus des Animationsfilms gefallen. Die Stille und Unaufgeregtheit von RUDOLF DER SCHWARZE KATER heben sich wohltuend von den bekannten Produktionen ab. Der Score ist dabei genauso diskret wie vielfältig und unterstützt ganz dezent die Dramaturgie.
RUDOLF DER SCHWARZE KATER ist ein altersgerecht erzählter, klug gemachter und schön anzusehender Film, dem die Jury gerne das Prädikat “wertvoll“ zuspricht.