Rio

Kinostart: 07.04.11
2011
Filmplakat: Rio

FBW-Pressetext

Der blau gefederte Ara-Papagei Blu führt ein behütetes und verwöhntes Leben unter der Obhut seiner Besitzerin Linda im winterlichen Minnesota. Sie sind ein eingespieltes Team. Als die Beiden erfahren, dass es nur noch eine einzige blaue Ara-Dame gibt, die in Rio lebt, machen sich Blu und Linda auf zu einem unbekannten Abenteuer. Im neuesten Streich der ICE AGE-Macher spielen bunte Paradiesvögel und andere tierische Exoten die Hauptrolle. Sie haben mit ihren Verrücktheiten und nicht menschenunähnlichen Befindlichkeiten die Lacher auf ihrer Seite. Die fantasievolle Animation mit atemberaubenden Stadt- und Landschaftsaufnahmen katapultiert den Zuschauer direkt in die brasilianische Sambametropole. Das besondere Spektakel mit heißen Rhythmen und flirrender Farbenpracht macht das Stillsitzen im Kinosessel schwer. Der sympathische Blu und seine Freunde wachsen einem schnell ans Herz und so kann die ganze Familie bis zum Happy End mitfiebern. Ein Muss für alle ICE AGE-Fans!

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Komödie; Kinderfilm
Regie:Carlos Saldanha
Darsteller:Anne Hathaway; Jesse Eisenberg; Jemaine Clement; Leslie Mann; Tracy Morgan; Will.I.Am; Rodrigo Santoro; George Lopez; Jamie Foxx; Jake T. Austin; Bernardo de Paula; Carlos Ponce; Kate Del Castillo
Drehbuch:Don Rhymer
Kamera:Renato Falcão
Schnitt:Jason Fricchione
Musik:Pete Anthony
Webseite:rio-derfilm.de;
Weblinks:kinderfilmwelt.de;
Länge:97 Minuten
Kinostart:07.04.2011
Verleih:Fox
Produktion: Blue Sky Studios, Twentieth Century Fox Animation;
FSK:0

Trailer_starten

Trailer wird nach Kilck nicht abgespielt?
Hier geht es zum Download des aktuellen Quicktime-Players.

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Die FBW-Jury hat dem Film das Prädikat wertvoll erteilt.

Glück im Unglück hatte der kleine Spix-Ara Blu, der als Jungvogel von Wilderern im brasilianischen Regenwald gefangen und in die USA verfrachtet wurde, als er dem Mädchen Linda im wahrsten Sinne des Wortes in die schützenden Hände fiel. Mit äußerster Fürsorge kümmert sie sich in den folgenden fünfzehn Jahren um ihn, und beide leben in glücklicher Symbiose in dem kleinen Buchladen, den Linda schließlich in Minnesota, betreibt. Blu ist belesen, liebt heiße Schokolade mit Marshmallows und seine Besitzerin. Den Regenwald hat er vergessen, und das Fliegen hat er nie gelernt. Aber Blu ist der letzte männliche Vertreter seiner Art, und als Wissenschaftler in Brasilien ein Weibchen entdeckt haben, nehmen die ruhigen Tage im verschneiten Minnesota ein jähes Ende. Linda und Blu folgen dem Ornithologen Tulio nach Rio de Janeiro, wo Blu sich in einer Vogelstation mit Jewel paaren und die Spezies retten soll.
Jewel ist davon ebenso wenig begeistert wie Blu – aber das ist auch schon alles, was die beiden gemein haben. Die freisinnige Jewel macht aus ihrer Verachtung gegenüber Blu keinen Hehl: Während er sich nach seinem heimischen Käfig zurücksehnt, hat sie nichts anderes im Sinn, als aus der Gefangenschaft auszubrechen und in den angestammten Regenwald zurückzukehren. Aber nicht nur die Wissenschaft hat ein Auge auf die seltenen Vögel geworfen, sondern auch skrupellose Tierhändler wollen ihr Geschäft mit ihnen machen. Am Vorabend des Karnevals entführen sie die Vögel aus der Station, um sie für viel Geld ins Ausland zu verkaufen. Zwar gelingt es Jewel und Blu zu entfliehen, aber sie sind mit einer Kette aneinander gekettet, und die Diebe, allen voran deren gefiederter Gehilfe, der Kakadu Nigel, sind ihnen dicht auf den Fersen. Mit Hilfe ihrer unterwegs gewonnenen Gefährten – dem Tukan Rafael, dem Graukardinal Pedro, dem Kanarienvogel Nico und der Bulldogge Luiz – müssen Jewel und Blu allerhand Abenteuer bestehen, bis es schließlich im bunten Karnevalstreiben von Rio zum Showdown und Wiedersehen mit ihren menschlichen Freunden Linda, Tulio und dem kleinen Fernando kommt. Dabei muss Blu nicht nur seine Angst vor dem Fliegen überwinden, um Jewels Herz zu erobern.
In ihrem 6. Animationsfilm verlassen die Blue Skies Studios die Eiszeit und führen uns in tropische Gefilde: RIO ist in jeder Hinsicht ein Film, der die Dimensionen auslotet. Hier erzählt der in Brasilien gebürtige Regisseur Carlos Saldanha eine spannende und anrührende Geschichte, die in ihrer opulenten Gesamtgestaltung viel lateinamerikanisches Kolorit aufweist und alle Fans, die in Animationsfilmen der letzten Jahre satte Farben und Musik vermisst haben, voll auf ihre Kosten kommen lässt. Schauplätze sind die pulsierende Metropole Rio de Janeiro und der üppige brasilianische Regenwald, wo gleich zur Exposition eine bunte Vogelschar nach heißen lateinamerikanischen Rhythmen komplexe, sich ständig variierende geometrisch-florale Motive kreiert,. Auch im weiteren Verlauf treiben Musik- und Gesangseinlagen, die Handlung voran, die im Karnevalsgeschehen von Rio ihren Höhepunkt findet. Vielerlei Aspekte der brasilianischen Kultur und des Alltagslebens werden in das Geschehen eingebunden. Dabei hat der Film auch einen aufklärerischen, sozialen Impetus: Er zeigt das Gefälle von arm und reich und thematisiert in der Person des kleinen Fernando, wie Jugendliche aus Not in kriminelle Machenschaften geraten und dabei wiederum ausgebeutet werden. Vor allem möchte der Film auf unterhaltsame Weise auf die Wichtigkeit des Tier- und Artenschutzes aufmerksam machen und junge Zuschauer dafür sensibilisieren, dass Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum leben sollten.
Der Hintergrund ist gut recherchiert. Auf die Gestaltung der verschiedenen Vogelarten wurde entsprechend viel Mühe verwandt: Schnäbel, Federkleid, Bewegungen und Flugeigenschaften sind bis ins Detail arttypisch ausgeführt, und ihre filmischen Charaktere sind facettenreich gestaltet und animiert. Dagegen sind die menschlichen Figuren in ihren Eigenschaften und Bewegungsabläufen weniger differenziert. Insgesamt ist die Animation auf dem neuesten Stand, wobei die Vogelflugperspektive für den Zuschauer viele spektakuläre Sichtweisen eröffnet.
Die Geschichte ist auf Grundlage eines guten Drehbuchs flott erzählt und weist viele überraschende Einfälle auf, die die Handlung voranbringen. Bemerkenswert ist, dass es keinen klassischen Gegensatz zwischen guten Tieren und bösen Menschen gibt, sondern jede Spezies gute und böse Charaktere aufweist, deren Motive zumindest ansatzweise durch soziale Komponenten begründet werden. Ist das Verhältnis Mensch-Tier anfangs 50:50 gestaltet, entwickelt es sich im Fortgang der Handlung immer stärker hin zu den Tieren, die sich damit gewissermaßen von den Menschen emanzipieren. Beeindruckend ist die Leichtigkeit, mit der auch schwierige Themen angesprochen und in die Geschichte integriert werden. Für junge Zuschauer hätte die Botschaft, dass Tiere nicht in Käfige gehören, etwas deutlicher ausfallen dürfen, und das erwachsene Publikum könnte etwas mehr Bissigkeit und ironische Brechung in der Darstellung des exotischen Ambientes vertragen. Die Animation ist eindrucksvoll, aber nicht atemberaubend – wobei der Ausschuss die 2D-Fassung gesichtet hat.