Rico, Oskar und die Tieferschatten

Filmstart: 10.07.14
VÖ-Datum: 12.12.14
2014
Filmplakat: Rico, Oskar und die Tieferschatten

FBW-Pressetext

Rico sagt von sich er sei ein „tiefbegabter“ Junge. Denn er denkt sehr viel. Nur eben anders. Seine Mutter hat ihn trotzdem unglaublich lieb und ist stolz auf ihren „kleinen Mann“, den sie oft wegen ihrer Arbeit allein lassen muss. Rico vertreibt sich die Zeit mit kleinen Entdeckungen, die er fein säuberlich mit einem Diktiergerät dokumentiert. Freunde hat er wenig. Bis er Oskar trifft. Oskar ist hochbegabt, hat aber ständig vor allem Angst und trägt sicherheitshalber einen Helm, damit ihm nichts passiert. Rico beruhigt Oskar, dass er gar nicht so viel Angst haben muss. Außer vielleicht vor dem berüchtigten Entführer „Mister 2000“, der in Berlin sein Unwesen treibt. Und den komischen Schatten im Hinterhaus, die sich Rico einfach nicht erklären kann. Das Kinder- und Jugendbuch von Andreas Steinhöfel war in Deutschland ein großer Erfolg. Neele Leana Vollmar hat diese Vorlage nun in ein frisch fröhliches Kino-Abenteuer für Kinder ab dem Grundschulalter verwandelt. In jeder Sekunde sprüht der Film vor Spaß, Spannung und guter Laune. Im bunt zusammen gewürfelten Erwachsenenensemble zeigt jeder Darsteller, von Axel Prahl bis hin zu Ronald Zehrfeld, wie viel Spaß ihnen ihre Rollen gemacht haben. Allen voran Karoline Herfurth, die als alleinerziehende Mutter mit dem Herz auf dem rechten Fleck in ihrer burschikosen und doch liebevollen Art besonders überzeugt. Doch im Zentrum stehen Rico und Oskar, für deren Besetzung man keine bessere Wahl hätte treffen können als Anton Petzold und Juri Winkler. Schon in den ersten köstlichen Dialogen stimmt die Chemie zwischen ihnen und sie werden zu einem absoluten Dream Team. Und obwohl sie beide Ängste und Unsicherheiten zeigen, werden sie doch zu Helden. Ganz ohne Kitsch und erhobenen Zeigefinger nimmt Vollmar die Probleme und Konflikte der Kinder ernst, ohne sie zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Spannung darf natürlich auch nicht fehlen, aber auch die wird ebenso leichtfüßig vermittelt wie alles andere. Am Ende beweist die Geschichte von Rico und Oskar, dass man ruhig anders sein darf als andere. Solange man gute Freunde hat, ist man immer etwas Besonderes. Egal ob hoch- oder tiefbegabt. Ein spritziger, spannender und beschwingt erzählter Kinderfilm, der nicht nur Kinder begeistert.

Filminfos

Gattung:Komödie; Spielfilm; Kinder-/Jugendfilm
Regie:Neele Leana Vollmar
Darsteller:Anton Petzold; Juri Winkler; Karoline Herfurth; Ronald Zehrfeld; David Kross; Axel Prahl; Milan Peschel; Katharina Thalbach; Anke Engelke; Can Mansuroglu
Drehbuch:Andreas Bradler
Buchvorlage:Andreas Steinhöfel
Kamera:Torsten Breuer
Schnitt:Andreas Lautil
Musik:Milena Fessmann
Weblinks:kinderfilmwelt.de; zelluloid.de; moviejones.de;
Länge:96 Minuten
Kinostart:10.07.2014
VÖ-Datum:12.12.2014
Verleih:Fox
Produktion: Lieblingsfilm GmbH, Fox International Productions;
FSK:0
Förderer:FFA; BKM; MBB; FFF Bayern; DFFF; MDM; KJDF
BD EAN-Nummer:4010232065001
DVD EAN-Nummer:4010232064998
Anbieter-Link:fox.de
DVD Extras:Die Drehtagebücher, Original Kinotrailer, Featurettes

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Buch, Hörbuch und nun der Film! Die Filmfortsetzung ist schon versprochen und wir warten mit Freude darauf, denn es war ein echtes Vergnügen, dem "tiefbegabten" Rico im Kino zu begegnen.
Neele Leana Vollmar ist es überzeugend gelungen, einen Gegenwartsfilm für Kinder zu schaffen, in dem wir tolle Kinderdarsteller und ein erwachsenes Staraufgebot bis in kleinste Nebenrollen antreffen. Slapstickvergnügen bereitet zum Beispiel die Szene, in der Anke Engelke als Eisverkäuferin agiert. Karoline Herfurth nimmt man ohne jeden Zweifel ab, dass sie ihren Filmsohn über alle Maße liebt, auch wenn sie ihn immer wieder allein lässt.
Immer und immer wieder erlebt der Zuschauer in dieser Kiez-Studie, die in Berlin und Leipzig gedreht wurde, die Kinderperspektive, sogar gleich zweimal: die des "tiefbegabten" Rico (Ein dickes Lob für Anton Petzold!) und die des hochbegabten, dafür körperlich kleineren Oskar (er sei genauso gelobt!). Da kann von ihnen geklärt werden, worin die Gemeinsamkeit und der Unterschied zwischen "einsturzgefährdet" und "einsturzgefährlich" bestehen. In seiner durch die "Tiefbegabung" auch lokal begrenzten Welt kennt sich Rico aus, selbst wenn rechts und links immer wieder mal verwechselt werden. Sein Blick geht oft nach unten und seine Sammlung von und an Fundstücken führt zu mancher Entdeckung und wirft Fragen auf, die sich andere Kinder und Erwachsene gar nicht stellen. Wie kommt eine Nudel auf den Bürgersteig? Die daraus resultierende Befragung der Hausbewohner ist ein wirklicher Kinospaß, der nicht nur oberflächlich ist. Als gelungen wertete die Jury auch die filmische Umsetzung der Tieferschatten.
Nicht nur Kästners Emil jagt in Berlin einen Verbrecher, nein, diesmal ist es unsere ganze Hauptstadt einschließlich des mehrfach wundervoll eingeblendeten Regionalfernsehens und eines sehr sympathischen jungen Kriminalisten. Die Spannung wird durchgehalten und mit Humor gespickt. So ist die Bedrohung ernst, aber nicht so zugespitzt, dass jüngere Zuschauer sie nicht ertragen könnten. Gekonnt wird so zum Beispiel die Szene mit Licht und Ton inszeniert, in der die beiden Freunde eigentlich ganz schnell den Raum, in dem Oskar festgehalten wird, verlassen müssten. Aber zuerst klären die beiden Freunde noch die vorherigen Missverständnisse - alles ist wieder im Lot.