Filmplakat: Peanuts

FBW-Pressetext

Back to the roots of animation: Dieser spielerische Kurzfilm ist Hommage und interessante Abstraktion der Arbeit von Ub Iwerks, dem schnellsten Trickzeichner Hollywoods und Walt Disney Mitarbeiter. Seinem Stil und den bewegten Cartoon-Charakteren der Pioniertage in den 1920ern entlehnt Regisseur Tim Romanowsky seine Figuren und die losen Geschehnisse auf einem Jahrmarkt. Auf Pappschablonen in einer farblich recht begrenzten Kartonwelt gibt er den Trickbildern eine dritte Dimension und viel Bewegungsfreiheit. Elemente und Gestalten tauchen auf, richten Chaos an und verschwimmen schnell wieder, erinnern an bereits Gesehenes und sind doch ganz neu. Die originelle Wahl der Mittel und die Deutlichkeit des Materials heben die Arbeit als spannende Auseinandersetzung mit der Filmgeschichte und ihrem Handwerk hervor. Applaus für diese originelle Variation.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kurzfilm
Regie:Tim Romanowsky
Drehbuch:Tim Romanowsky
Musik:Holger Marseille
Länge:5 Minuten
Kontakt:tim.roman@gmx.de
Produktion: Tim Romanowsky

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Dieser kurze und äußerst kurzweilige Animationsfilm ist eine spielerische Hommage an den legendären Trickfilmzeichner und Walt Disney Mitarbeiter Ub Iwerks und eine interessante Abstraktion und Reflexion seiner Arbeit. Iwerks Film THE KARNIVAL KID aus dem Jahr 1929 bildet hier die Grundlage für eine grafische Neubearbeitung, in der Motive und Figuren des Originals aufgegriffen und auf originelle Weise immer neu variiert werden. Mit Tusche auf Karton gemalt, übermalt und im Stoptrick-Verfahren animiert, werden die bekannten Charaktere – u.a. Mickey Mouse in seiner Urform – zu neuem Leben erweckt. Attraktionen und Ereignisse auf einem Jahrmarkt entfalten sich in immer neuen Varianten. Die dreidimensionale Anordnung der Pappschablonen gibt dem Geschehen eine besondere Tiefe.

Dabei folgt der Film keiner chronologische Handlung, sondern eher einer spielerischen Anarchie. Elemente und Figuren tauchen auf, richten Chaos an und verschwimmen wieder, um bald darauf in neuen Variationen wieder zu erscheinen. Das geht so flott vonstatten, dass man der Tusche beim Trocknen zuschauen kann und somit auch das Material ein Eigenleben entfaltet. Obwohl das Farbspektrum auf schwarz-weiß- und gelb-braun-Töne beschränkt ist, wirkt der Film fröhlich und bunt. Die Musik im Stil von Stummfilmbegleitung ist gut und passend gewählt und unterstreicht das muntere Geschehen.

Alles in allem ein sehr kreatives und unterhaltsames Spiel mit den bekannten Figuren und Motiven aus der Frühzeit der Animation. Ub Iwerks, der schnellste Zeichner Hollywoods und große Tüftler und Erfinder, hätte seine Freude daran gehabt.