Nur für Personal!

Kinostart: 03.11.11
VÖ-Datum: 05.04.12
2011
Filmplakat: Nur für Personal!

FBW-Pressetext

Im Paris der 60er Jahre leben die spanischen Dienstmädchen der feinen Herrenhäuser in den obersten Stockwerken, ohne jedweden Komfort, aber glücklich in ihrer kleinen Gemeinschaft. Als einer der Hausbesitzer eines Tages eher unfreiwillig den Kontakt zu den Bediensteten sucht, begegnen sich zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein können. Doch nach und nach findet der etwas steife und elitäre Monsieur Joubert Gefallen an der ihm so fremden Kultur. Bald schon fühlt er sich im sechsten Stock weit wohler als in seinem eigenen piekfeinen Zuhause. Regisseur Philippe LeGuay erzählt in seiner witzig-romantischen Gesellschaftskomödie die Geschichte des Zusammentreffens unterschiedlicher Kulturen, Nationen und Ansichten. Losgelöst von allen politischen Aussagen feiert der Film das Aufeinandertreffen und Miteinander der Verschiedenartigkeit, aus dem etwas Neues erwachsen kann. Der Ensemblefilm lebt von seinen großartigen Darstellern und seinen schnellen Dialogen, bis auf die kleinste Nebenrolle kommt hier jede Figur zu ihrem sympathischen Recht. Vor allem für Fans des französischen Kinos ein Leckerbissen über alle Grenzen hinweg.

Filminfos

Gattung:Komödie; Spielfilm
Regie:Philippe Le Guay
Darsteller:Fabrice Luchini; Sandrine Kiberlain; Natalia Verbeke; Carmen Maura; Lola Dueñas; Berta Ojea; Nuria Solé; Concha Galán; Marie-Armelle Deguy
Drehbuch:Jérôme Tonnerre; Philippe Le Guay
Kamera:Jean-Claude Larrieu
Schnitt:Monica Coleman
Musik:Jorge Arriagada
Webseite:personal-derfilm.de;
Weblinks:zelluloid.de;
Länge:107 Minuten
Kinostart:03.11.2011
VÖ-Datum:05.04.2012
Verleih:Concorde
Produktion: Les Films de la Suane
FSK:0
DVD EAN-Nummer:4010324029096
Anbieter-Link:concorde-home.de
DVD Extras:Making of, entfallende Szenen, Interviews, Trailer

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Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Die FBW-Jury hat dem Film das Prädikat wertvoll erteilt.

Im vornehmen Paris von 1960 gilt spanisches Dienstpersonal als fleißig, zuverlässig und günstig. Dies merkt auch der Börsenmakler Jean-Louis Joubert, als seine langjährige Haushälterin nach einem Krach mit seiner Ehefrau kündigt und die junge Maria eingestellt wird, die gerade in Paris angekommen ist und zusammen mit anderen spanischen Bediensteten unter dem Dach seines Hauses lebt. Joubert wird bald aufmerksam auf den ihm bisher völlig verborgen gebliebenen Mikrokosmos im sechsten Stock. Und nachdem er die Bekanntschaft der sehr solidarisch miteinander lebenden Gruppe von Frauen gemacht hat, führt er sich ein wenig wie ihr gütiger kleiner König auf und genießt neben ihrer ehrlich gemeinten Dankbarkeit auch ihre Vitalität. Denn er selbst steckt als typisches Mitglied der Bourgeoisie sowohl privat wie auch beruflich in einem öden Trott. Sein Leben lang hatte er getan, was von ihm erwartet wurde, und so wirken die Lebensfreude und das Temperament der Spanierinnen sehr verführerisch auf ihn. Der Film erzählt davon, wie er sich mit Hilfe der Diensthilfen langsam befreit und eine zögerliche Romanze mit Maria beginnt. Fabrice Luchini spielt Monsier Joubert als einen gehemmten Einzelgänger, der langsam lernt, seinen Eigensinn zu pflegen. Dies zeigt der Regisseur Philippe Le Guay in einigen sehr komischen Szenen, wie etwa jener, in der Joubert bei einer Geschäftssitzung plötzlich beginnt, seinen verblüfften Kollegen von den Problemen seiner neuen Freundinnen zu erzählen. Ein schöner Moment ist auch jener, wenn er seiner Frau einen Seitensprung gesteht, den er gar nicht begangen hat. In einem weniger subtilen Film wäre Madame Joubert sicher ein Hausdrache gewesen, der Maria und alle anderen in ihrem Haushalt drangsaliert. Sandrine Kiberlain darf sie dagegen als eine ebenfalls durch die Konventionen des bürgerlichen Lebens Gefangene spielen, die Komplexe hat, weil sie glaubt, immer noch als „Landei“ angesehen zu werden und ebenfalls im Laufe des Films durch die Krise zu ihrer eigenen Art der Befreiung kommt. Doch all den steifen Franzosen stehlen die Spanierinnen die Show. Als eine verschworene Gemeinschaft von Kolleginnen, die gemeinsam klaglos solche Unannehmlichkeiten wie die ewig verstopfte Toilette hinnehmen (die Monsieur Joubert dann als eine huldvolle Geste reparieren lässt) sind sie eine bunte Gruppe von skurrilen Figuren, die alle als zugleich komische und komplexe Charaktere gezeichnet werden. Entsprechend werden sie von einem starken Ensemble von spanischen Schauspielerinnen verkörpert. Unter ihnen Almodovars Stammschauspielerinnen Carmen Maura und Natalie Verbeke, die in der Rolle der Maria vor lauter Frische und Unschuld zu glänzen scheint. NUR FÜR PERSONAL ist eine von den Komödien, die nur in Frankreich gemacht werden können und die eher ein länger anhaltendes Lächeln als ein lautes Lachen verursachen.