MPU - Medizinisch Pychologische Untersuchung

Filmplakat: MPU - Medizinisch Pychologische Untersuchung

FBW-Pressetext

Nach einer durchtanzten Disco-Nacht hat es Schauspieler Frankie eilig: Er muss zur MPU. Seine Freundin weiß nicht genau, was das ist, begleitet ihn aber dennoch gerne. Und während Frankie hinter verschlossenen Türen Rede und Antwort steht, setzt sich seine Freundin zu den anderen Wartenden in den Büroflur. Aber worauf warten eigentlich alle? Eine originelle Idee als Ausgangspunkt, eine dichte und punktgenaue Inszenierung und ein gutes Spiel: Mehr braucht es hier nicht, um einen wirklich überzeugenden Kurzfilm zu kreieren. Robert Bohrer und Pascal Yorks ist es in dieser studentischen Koproduktion mit dem TV-Sender Arte ein fünfminütiger Filme gelungen, bei dem man sich am Ende fragt, welche Geschichte man eigentlich gerade erlebt hat. Diese offene Dramaturgie macht die Erzählung glaubwürdig und schafft so ein kurzweiliges filmisches Vergnügen.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Kurzfilm
Regie:Robert Bohrer
Darsteller:Nina von Düsterlho; Axel Hartwig; Rainer Winkelvoss
Drehbuch:Robert Bohrer; Pascal Yorks
Kamera:Max Preiss
Schnitt:Robert Bohrer
Musik:Julian Cropp
Länge:5 Minuten
Verleih:DFFB
Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin GmbH (DFFB), Max Conradt; Arte;
Förderer:dffb

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Alkohol am Steuer, lange Zeit ohne Führerschein. Jetzt gilt es, durch die Prüfung zu kommen nach durchzechter Nacht für Frankie in Begleitung von Lanka. Eine kleine Truppe müder Gesellen sitzt in einem Flur. Mittendrin Lanka. Noch leicht beschwipst, verwechselt sie die Situation mit einem Casting für Schauspiel-Eleven. Sie lässt sich die Texte der Entschuldigungen und Erklärungen zum Alkoholkonsum so lange vorspielen, bis sie glaubwürdig klingen.

Eine kurze Parabel zur Wahrheit und ihrer Manipulation durch Inszenierung. Trete ich glaubwürdig auf oder sieht man mir den Schwindel an? Kommen wir nicht alle in Versuchung, wenn wir eine Geschichte gerade rücken wollen? Wann ist die Wahrheit authentisch? Durch kleine Korrekturen im Auftreten verändert sich die Aussage, wirkt plötzlich echt und überzeugend, zumindest für uns im Film auf dem Flur.

Ob das auch so bei den Prüfern der MPU ankommt, wissen wir nicht. Was wir wissen, ist, dass mit dieser gelungenen filmischen Fingerübung deutlich wird, dass das Leben ein immerwährendes Casting sein könnte, wenn es stimmig wie hier mit Witz inszeniert worden ist.