Mensch und Bestie

VÖ-Datum: 05.07.13
1963
Filmplakat: Mensch und Bestie

Kurzbeschreibung

Der Film zeigt die Flucht eines politischen Gefangenen aus dem KZ in der letzten Kriegszeit.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Spielfilm
Regie:Edwin Zbonek
Darsteller:Götz George; Günther Ungeheuer
Drehbuch:Sigmund Bendkover
Länge:92 Minuten
VÖ-Datum:05.07.2013
FSK:12
Bildungseinsatz:filmsortiment.de;
DVD EAN-Nummer:888837197595
Anbieter-Link:universumfilm.de
DVD Extras:Hauptfilm; Bonus; Trailer,

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Der Film zeigt die Flucht eines politischen Gefangenen aus dem KZ in der letzten Kriegszeit. Die Hoffnung, daß durch diese Flucht die zurückgelassenen Kameraden im KZ gerettet werden könnten, erfüllt sich nicht. Der Flüchtling erreicht zwar das andere Ufer, wo die Russen zu einem Angriff bereitstehen, wird aber in letzter Sekunde von seinem Verfolger erschossen. Dieser Verfolger ist der Bruder des Flüchtlings, der als SS-Offizier des gleichen KZ's bei der Flucht mitgeholfen hat. In einer Reihe von Rückblenden wird nach und nach das Verhältnis der beiden Brüder und die Entwicklung dieses Verhältnisses klar. An einigen Stellen stehen anstatt der persönlich-geschichtlichen Rückblenden Traumszenen des Flüchlings. Die Ausgangssituation und die Geschichte dieser Flucht werden in einem sehr sauberen Realismus erzählt, wobei besonders die Beschränkung auf das Notwendige anzuerkennen ist. Die Geschehnisse und deren jeweiliges Milieu sind von der Kamera hervorragend erfaßt. Die Regie führt die Geschichte des Films im wesentlichen straff und konzentriert durch. Die Schauspieler sind gut gewählt, charakterisiert und geführt. Besonders bemerkenswert ist die schauspielerische und physische Leistung Götz Georges in der Rolle des Flüchtlings.

Die erwähnten positiven Seiten dieses Films sind nach Meinung der Mehrheit des Ausschusses stark genug, um erhebliche Schwächen des Films bis zu einem gewissen Grade auszugleichen. Der Haupteinwand richtet sich gegen die psychologisch nicht einwandfreien und vor allem dramaturgisch nicht notwendigen Szenen mit der Krankenschwester. Ein anderes Bedenken betrifft den Schluß mit seinem Hinweis auf die Berliner Mauer. Dieser Schluß ist formal und in seiner äußeren wie inneren Proportion nicht klar und überzeugend genug durchgeführt. Dem sehr starken und gültigen symbolischen Motiv der feindlichen Brüder wird noch einmal ein Symbol aufgesetzt, das keine Bedeutung erlangt und nicht zur Wirkung kommt.

Auch gegen einige Stellen des Dialogs, z.B. zwischen dem Flüchtling und der Krankenschwester oder zwischen dem Flüchtling und dem Deserteur, kann man Einwände geltend machen. Bei der Szene zwischen dem Flüchtling und der Krankenschwester stört auch die unangemessene musikalische Illustration durch die Toccata d-moll von Bach.

Die Gesamtleistung dieses Films jedoch verdient nach Meinung des Ausschusses das Prädikat wertvoll.