Lollipop Monster

Kinostart: 25.08.11
2011
Filmplakat: Lollipop Monster

FBW-Pressetext

Ariane und Oona sind zwei Teenager, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben: Während Ariane mit ihren blonden Zöpfen und kurzen Röcken das Lolita-Image zelebriert, zieht sich die stille und schwarz gekleidete Oona nach dem Selbstmord ihres Vaters zurück in eine Welt düsterer Fantasien. Beide Mädchen fühlen sich nicht wohl in ihrer Haut, haben Probleme mit ihren Familien und sind auf der Suche nach Seelenverwandten. Als sie sich treffen, bilden sie eine verschworene Gemeinschaft. Hoffnung keimt auf. Doch dann kommt Lukas und alles steuert auf eine Katastrophe zu. Ziska Riemann führt die beiden hervorragenden Jungdarstellerinnen durch eine popkulturelle Tour de Force. Comicartig wirken die Szenen, knallig bunt die Farben und Kostüme, und dennoch sind Dialoge und Geschichte aus der Feder der Multitalente Riemann und Luci van Org rabenschwarz. Alles ist kräftig überzeichnet und erreicht gerade deswegen eine tragische Dimension. Die Musik ist laut, aggressiv und unterstützt den Zorn der hier porträtierten Jugendlichen. Eine furiose filmische Fahrt!

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Ziska Riemann
Darsteller:Sarah Horváth; Jella Haase; Nicolette Krebitz; Thomas Wodianka; Fritz Hammel; Sandra Borgmann; Rainer Sellien; Janusz Kocaj; Koffi Kôkô; Nikeata Thompson; Rafael Stachowiak; Lilli Meinhardt; Imge Ünlü; Sybille Schedwill; Luci van Org; Murali Perumal
Drehbuch:Luci van Org; Ziska Riemann
Kamera:Hannes Hubach
Schnitt:Dirk Grau
Musik:Ingo Frenzel
Webseite:networkmovie.de;
Länge:90 Minuten
Kinostart:25.08.2011
Verleih:Salzgeber & Co.
Produktion: Network Movie Film- und Fernsehproduktion GmbH & Co.KG, ZDF;
FSK:16
Förderer:Nordmedia; KJDF; FFHSH

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Auf dem Schulhof lernen sich die beiden Teenager Ariane und Oona kennen. Oona entstammt einer Künstlerfamilie, deren Gemeinschaftsleben in der Erfolglosigkeit des als Maler gescheiterten Vaters und dessen Selbstmord zerstört wird. Ariane leidet unter der fehlenden Zuwendung in der Familie, die von ihrem gewalttätigen Bruder vollkommen bestimmt wird.
Die beginnende Freundschaft zwischen Ariane und Oona bietet ihnen die Chance, aus den kaputten Familien auszubrechen, ihre Sehnsucht nach Verständnis und Liebe zu erfüllen, dem Ausleben ihrer erblühten Sexualität und dem Verlangen nach Wertschätzung und freier Entfaltung freien Lauf geben zu können.
Ziska Riemann und Luci van Org schrieben das Drehbuch mit starkem autobiographischem Touch und Ziska Riemann inszenierte auch selbst perfekt diesen rasanten, bösen und aggressiven Höllentrip einer Mädchenfreundschaft. Das ist stark überzeichnet und mit comicartigen Elementen angereichert. Expressive Zeichnungen, Music- und Videoclips, Gothic-Elemente und eine Fülle von Lolita- Zitaten vermischen sich zu einer überaus kreativen und dynamischen Mixtur. Ausstattung, Kleidung und Maske ergänzen diesen Mix zu einem stimmigen Ganzen. Ein einziger Aufschrei zum Ausbruch aus Ohnmacht, Enge und Schmerzen und nach Erfüllung von Lebenslust und Freiheit.
Großartig die Besetzung der beiden Mädchen mit Sarah Horváth und Jella Haase und auch ihr Spiel. Alle weiteren Charaktere sind gut besetzt und ihre Darstellung, auch in ihrer Überzeichnung, sehr überzeugend. Kamera, Farbgestaltung und vor allem die Montage sind weitere besondere handwerkliche Leistungen in diesem außergewöhnlichen Film.